Sie wollten es deutlich besser machen als im Hinspiel, und das gelang trotz Niederlage. Die Basketballer des FC Bayern verlieren mit Anstand in der Euroleague bei Zalgiris Kaunas mit 71:78.
Auch wenn die Post Season für den Deutschen Meister schon abgehakt ist, hatten sie sich für die Auswärtspartie in Litauens Hauptstadt eine Menge vorgenommen. Vor allem eins: Nicht erneut so vorgeführt werden, wie im Hinspiel, als man beim 70:98 die höchste Pleite in dieser Euro-Saison kassierte.
Weltmeister Andi Obst vor der Partie: „Im ersten Spiel haben wir aufs Maul bekommen, Kaunas hatte es von Beginn an unter Kontrolle.“ Er forderte: „Für uns gilt es, physisch zu spielen und auch eine Reaktion nach dem Dubai-Spiel aufs Feld zu bringen.“ Die ist zu sehen – und das, obwohl Chefcoach Svetislav Pešić erkrankt zu Hause bleiben muss und von Co-Trainer Emir Mutapcic vertreten wird.
Die Münchner halten vor 14.777 Zuschauern in der Zalgirio Arena direkt gut mit. Kurios: Die ersten zehn Punkte der Münchner gehen allesamt auf das Konto von Justus Hollatz, der das beste erste Viertel seiner Euroleague-Karriere hinlegt. Nicht weniger kurios: Danach kommt für ihn kein weiterer Zähler im gesamten Match mehr dazu.
Bayern kassieren Euro-Pleite ohne Trainer
Mit 18:18 enden die ersten zehn Minuten, nachdem die Bayern ein 12:18 aufgeholt haben. Der BBL-Tabellenführer ist voll im Spiel. Und das bleibt auch bis zur Pause so, in die er sogar mit einer 38:34-Führung geht. Die zweitbeste Offensive der Euroleague mit den Ex-Bayern-Profis Maodo Lo und Sylvain Francisco kommt noch nicht in Fahrt. Doch das ändert sich nach dem Wechsel. Der Favorit übernimmt die Kontrolle, erarbeitet sich eine 63:57-Führung vor dem Schlussabschnitt – und die geben sie bis zum Ende nicht mehr her, auch wenn die Gäste hartnäckig bleiben. Am Ende aber steht der 17. Pflichtspiel-Heimsieg in Folge für Kaunas, das als Tabellensechster derzeit auf Playoff-Kurs liegt.

Applaus trotz Niederlage: Bayerns Aushilfs-Cheftrainer Emir Mutapcic
Bayerns Vertretungs-Chefcoach Mutapcic nach der Partie bei Magenta: „Ich bin zufrieden mit unserer Energie und unserer Aggressivität. Wir haben bis zum Ende gekämpft. Ich denke, im Trainerteam haben wir einen guten Job gemacht.“ Beste Werfer auf Münchner Seite: Oscar da Silva (12 Punkte) und Xavier Rathan-Mayes (11).
Weiter geht es für die Bayern schon am Donnerstag (20.30 Uhr/Magenta). Dann mit dem Heimspiel gegen den Tabellenletzten Asvel Lyon-Villeurbanne aus Frankreich. Und womöglich wieder mit Pešić am Spielfeldrand.

