Die Werkself holt eine gesperrte DFB-Keeperin zurück in die Frauen-Bundesliga und sorgt damit für reichlich Diskussionsstoff.
Bayer Leverkusen leiht Rafaela Borggräfe (25) bis zum Saisonende vom FC Liverpool aus. Die 25-jährige U-23-Nationaltorhüterin kehrt damit nur ein halbes Jahr nach ihrem England-Wechsel überraschend zurück nach Deutschland. Brisant: Borggräfe war zuletzt vom englischen Verband FA (Football Association), für sechs Spiele gesperrt worden.
Was zur Sperre führte
Der Auslöser liegt in der Saisonvorbereitung bei Liverpool. Medienberichten zufolge soll Borggräfe im Teamumfeld eine diskriminierende Bemerkung gegenüber einer Mitspielerin gemacht haben. Der Klub meldete den Vorfall selbst an die FA, die daraufhin ein sportrechtliches Verfahren einleitete.
Im Januar folgte das Urteil: sechs Pflichtspiele Sperre, rückwirkend angerechnet, plus die verpflichtende Teilnahme an einem Sensibilisierungs- und Schulungsprogramm. Während der laufenden Untersuchung verzichtete Liverpool komplett auf Einsätze der Torhüterin.
Die Torhüterin selbst nahm die Entscheidung an und meldete sich öffentlich zu Wort. Auf Instagram schrieb sie: „Ich habe das sportrechtliche Verfahren akzeptiert und mich intensiv mit dem Vorfall auseinandergesetzt. Die begleitenden Gespräche und die Aufarbeitung haben mir geholfen, mein Verhalten und insbesondere die Wirkung von Sprache besser zu verstehen. Mir ist bewusst, dass Worte verletzen können und Verantwortung mit sich bringen.“
Leverkusen reagiert – und braucht Stabilität
Sportlich kommt der Deal für Bayer 04 nicht von ungefähr. Im Tor herrschte zuletzt akuter Handlungsbedarf: Kapitänin Friederike Repohl (31) fiel immer wieder verletzt aus, Ersatzkeeperin Charlotte Voll (26) laboriert an einer Schultereckgelenksverletzung, und Anne Moll (20) leistete sich mehrere Unsicherheiten.
Borggräfe selbst blickt nach vorne: „Ich freue mich sehr auf die Zeit bei Bayer 04 und darauf, mich voll auf unsere gemeinsamen Ziele zu konzentrieren. Ich möchte hier Verantwortung übernehmen.“
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Trotz der Sperre hält der Deutscher Fußball-Bund an Borggräfe fest. Sie bleibt Teil des erweiterten Nationalmannschaftskaders, war zuletzt von Bundestrainer Christian Wück (52) nominiert worden. Der Verband teilte mit, der Vorfall sei aufgearbeitet.
Leverkusen setzt sportlich auf Qualität – und menschlich auf einen Neuanfang. Ein Transfer mit Risiko, aber auch mit klarer Botschaft: zweite Chance, volle Verantwortung.

