Exclusive Student Offer

Prime for Young Adults

Get a 6-month trial with premium college perks & fast delivery.

Start Free Trial
Listen Anywhere

Audible Standard Trial

Get 30 days of audiobooks free. Cancel anytime, keep your books.

Claim Free Books

TTS-Player überspringenContinue reading article

Beim Spaziergang mit seiner Frau Maria wirkte Rúben Amorim (40) zumindest etwas gelöst. Am Tag nach seiner Entlassung bei Manchester United trat der portugiesische Trainer mit Sonnenbrille vor die Tür, grüßte dabei die Paparazzi mit einem Daumen hoch. Amorim ist ein Opfer der Premier League. Denn selten zeigte sich Englands Top-Liga aus Trainer-Sicht gnadenloser und aufgeheizter.

Sein Aus nach nur 14 Monaten bei United war mit dem Ende von Chelseas Enzo Maresca (45) der zweite Trainer-Hammer des noch jungen Jahres. Der Italiener ist bei den Londonern nur ein halbes Jahr nach den Triumphen in Conference League und bei der Klub-WM wieder Geschichte. Auch ihre einst hohe Ablöse von je gut zehn Mio. Euro rettete die beiden nicht.

Und nicht nur dort herrscht Trainer-Alarm! Bei den Spurs wackelt Thomas Frank (52) bereits eine halbe Saison nach seiner Ankunft – auch er kostete gut zehn Mio. Euro Ablöse. Über Liverpools Meistercoach Arne Slot (47) wurde nach einem Horror-Herbst (neun von zwölf Spielen verloren) zwischenzeitlich diskutiert. Trainer-Legende Pep Guardiola (54) sorgt mit Abschieds-Andeutungen für Wirbel.

Premier League: Trainer-Alarm in England

Bei West Ham ist der Job von Nuno Espírito Santo (51) bereits nach 16 Spielen in Gefahr, Ex-Spurs-Coach Ange Postecoglou (60) schaffte in Nottingham gerade einmal 39 Tage. Und rund um die Trainer-Aktien Oliver Glasner (51/Crystal Palace) und Marco Silva (48/Fulham) ranken sich die Gerüchte, weil sie ihre im Sommer auslaufenden Verträge nicht verlängern.

Wer in den nächsten Wochen wo auf der Bank sitzt – bei dieser Frage wollen sich selbst Insider auf keinen Fall festlegen. Dahinter stecken auch die vielen Eigenheiten der Premier League. Zum Beispiel die Flut an Spielen. Einige Klubs kommen seit der letzten Länderspiel-Pause Mitte November auf 15 Spiele in rund sechs Wochen. Slot steht nach eineinhalb Jahren Liverpool bereits bei 87 Partien. Ein kurzes Tief wird so schnell zum Abwärtsstrudel, der den Job gefährdet.

Und: Die Liga ist eng wie nie. Aktuell liegen zwischen den Plätzen vier und 15 nur neun Punkte. Viele der schwerreichen Klubs mit ihren mehreren Hundert Millionen Euro teuren Kadern wollen in den Europapokal. Aktuell gibt es aber nur sechs Startplätze.

Gerade die Eigentümer der Klubs haben in England viel Macht und unterschiedliche Philosophien. Sie handeln mal emotional wie Nottinghams Evangelios Marinakis (58), der Coach Postecoglou 19 Minuten nach seinem letzten Spiel feuerte. Oder sie sind getrieben von Daten und berechneten Wahrscheinlichkeiten, wie Brightons Tony Bloom (55), der gestützt auf Zahlen seine Trainer (aktuell Fabian Hürzeler/32) verpflichtet.

Interessant: Im Gegensatz zur Bundesliga vereinbaren sie meist klare und gedeckelte Abfindungsregelungen, die einen Rauswurf weit vor Vertragsende in der Regel günstiger machen als anderswo.

Amorim und Maresca scheiterten an den Strukturen

Auch Amorim scheiterte am Ende nicht nur wegen seiner mageren Bilanz (24 Siege in 63 Spielen). Sondern auch am Kompetenzgerangel mit der von Eigentümer Sir Jim Ratcliffe (73) eingesetzten Struktur aus Geschäftsführer, Sportlichem Leiter und weiteren Entscheidern. Sein Spielstil war dem Chef zu zögerlich, die Transfers passten dem Coach wiederum nicht. Ratcliffe und Co. planen jetzt eine Interimslösung bis Sommer. Möglich, dass dafür Ex-Trainer und Fan-Liebling Ole Gunnar Solskjær (52) zurückkommt.

Chelsea machte Liam Rosenior (41) zum Maresca-Nachfolger. Für den Ex-Profi die erste Premier-League-Station. Geholt wurde er von Schwester-Klub Racing Straßburg, der ebenfalls zur BlueCo-Gruppe von Milliardär Todd Boehly (52) gehört. Jetzt sind die Straßburg-Fans sauer, dass ihnen der Coach geklaut wurde. Auch die Chelsea-Anhänger protestieren gegen die Wild-West-Besitzer. Die wiederum streiten mit Maresca gerichtlich, ob er nun zurückgetreten ist oder entlassen wurde. Auch sein Ende kam durch Differenzen mit den – je nach Rechnung – fünf Sportchefs des Vereins.

Guardiola deutet an: „Vielleicht wache ich eines Tages auf und sage: Ciao, ciao“

Für Maresca könnte es im Sommer gerüchteweise zu Liga-Konkurrent Man City gehen. Dort steht zwar Erfolgs-Coach Guardiola bis 2027 unter Vertrag, der zuletzt aber sagte: „Ich werde hier nicht für immer sein.“ Und: „Vielleicht wache ich eines Tages auf und sage: Ciao, ciao. Darauf müssen sie vorbereitet sein.“ Schon häufiger kokettierte der Spanier mit seinem Abschied, doch – Stand jetzt – macht er weiter.

An der Anfield Road sitzt Slot halbwegs sicher im Sattel. Doch auch wenn er den Absturz des Meisters aufgehalten hat: Die Problemliste ist lang: Wie bekommt er Wirtz ins Laufen? Was passiert nach dem Streit mit Salah? Und warum spielt die Mannschaft aktuell so bieder? Eine richtige Krise hat Spurs-Trainer Frank als Liga-14. Im Team und Klub rumort es dazu, spätestens im Sommer könnte für den Dänen Schluss sein.

Hinter den Topklub-Jobs lauern bei anderen Teams aussichtsreiche Kandidaten, die immer wieder für die Posten gehandelt werden. Der Ex-Frankfurter Glasner sprach bereits im Oktober mit Crystal Palace darüber, dass er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde.

Zur Erinnerung: Auch in Frankfurt endete die gemeinsame Zeit genau dann, als es um einen neuen Kontrakt ging. Bei den englischen Buchmachern ist der Österreicher schon die Nummer zwei für den Man-United-Job. Das irre Trainer-Karussell beschrieb er zuletzt passend so: „Selbst wenn ich einen neuen Vertrag unterschreibe, könnten Sie mich jeden Tag fragen: Was ist die Zukunft? Rúben Amorim sagte, er habe noch 18 Monate – und er ist nicht mehr Trainer von United.“

Oliver Glasner (51/Crystal Palace) ist eine der heißesten Trainer-Aktien in England

Foto: Getty Images

Auch Kollege Silva wird Fulham wohl im Sommer verlassen – und wäre dann Top-Kandidat bei Tottenham. Dort war er bereits beim Casting im Sommer die erste Alternative für Frank. Auch der hoch angesehene Andoni Iraola (43) geht in Bournemouth ins letzte halbe Vertragsjahr.

Dazu hängt der Name Thomas Tuchel (52) über der Liga. Englands Nationaltrainer könnte nach der WM, je nach Turnier-Erfolg und Verlauf der Gespräche über seinen auslaufenden Kontrakt, wieder verfügbar sein. Sein Vorgänger Gareth Southgate (55) ist ebenfalls auf dem Markt. Gleiches gilt für Barcelona-Legende Xavi (45), der auf einen Premier-League-Job schielen soll.

Mit Adi Hütter (55) erkundigen sich England-Klubs auch nach einem Ex-Bundesliga-Coach. Nach zwei erfolgreichen Jahren in Monaco ist er für einen Job auf der Insel offen. Auch Ex-Leipzig-Coach Marco Rose (49) hat unter den Vereins-Entscheidern Befürworter. Der Trainer-Alarm in England ist noch lange nicht abgestellt.

ttn-36

Get Audible 30-Day Free Trial

As an Amazon Associate, we earn from qualifying purchases.