Bei Borussia Dortmund ist es ein bisschen wie beim Weihnachtsklassiker „Und täglich grüßt das Murmeltier“: Immer, wenn der Verein zu viele Spiele nicht gewinnt, fängt man hinter den Kulissen an, die Schuld beim anderen zu suchen, statt gemeinsam voranzugehen.
Auf dem Papier ist es gar nicht so wild: Aus 14 Spielen hat der Kovac-BVB 29 Punkte geholt, steht auf Platz 3 der Liga. Vor einem Jahr waren es unter Ex-Trainer Sahin nur 22 Punkte (Rang 8).
Aber: Von den letzten neun Spielen hat der Klub nur drei gewonnen, ist im Pokal rausgeflogen (0:1 gegen Leverkusen) und hat beim 1:1 beim HSV, 3:3 gegen Stuttgart, 2:2 gegen Bodö/Glimt und dem 1:1 in Freiburg wichtige Punkte verschenkt.
Folge: Die Bosse-Frage schwelt hinter den Kulissen weiter…
Dass die aktuelle Konstellation mit Lars Ricken (49) als Sportboss und Sebastian Kehl (45) als Sportdirektor, die beide Vertrag bis 2027 haben, wirklich die beste für den Verein ist – davon sollen in der Führungsriege, zu der auch Klub-Berater Matthias Sammer (58), Carsten Cramer (56/Sprecher der Geschäftsführung) sowie Neu-Präsident Hans-Joachim Watzke (66) zählen, nicht mehr alle überzeugt sein.
Debatte im TV-Studio: Bahnt sich beim BVB eine Krise an?
Hätte Kovac den Klub vergangene Saison nicht noch in die Champions League geführt, wäre im Sommer schon fraglich gewesen, ob Kehl und Ricken das Sagen behalten hätten.
Meine Meinung:[–> Bei der Perspektive, ob man in Zukunft wieder den Anspruch anmelden kann, Titel zu holen, wird die Bosse-Frage entscheidend sein. Und drei Antworten sind möglich…
1. [–>Wir reißen uns zusammen und ziehen das gemeinsam (und wirklich geschlossen!) durch.
2.[–> Wir holen uns Verstärkung dazu. Einen wie Ex-Profi Mats Hummels (36), dessen Name schon als möglicher neuer Team-Manager gehandelt wurde. Vorteil: Er hat ein eingebautes Gewinner-Gen. Nachteil: Er will erst mal Abstand und Klarheit gewinnen, was ihn in Zukunft wirklich reizt.
3.[–> Wir machen einen harten Cut und stellen uns neu auf. Der Name von Markus Krösche (45), mit dem es schon mal einen Austausch gab, schwebt dabei über allen anderen, weil er in Leipzig und Frankfurt bewiesen hat, dass er es kann und Transfers macht, für die früher jahrelang der BVB stand.

Sportvorstand Markus Krösche (45) ist seit 2021 in Frankfurt tätig
Wenn der Klub die Frage nicht klar beantwortet, darf man sich nicht wundern, wenn Spieler wie Nico Schlotterbeck (26) nicht verlängern wollen, weil sie nicht an eine Entwicklung zur Titel-Mannschaft glauben.
Und täglich grüßt das Murmeltier – das muss beim BVB mal aufhören.

