Stellen Sie sich vor, ein deutscher Fußball-Nationalspieler hat am Sonntagnachmittag ein wichtiges Spiel in der Bundesliga – und absolviert nur wenige Stunden vor dem Anpfiff eine Prüfung für sein Fernstudium. Im Fußball ist das undenkbar, im Handball ist es überhaupt kein Problem.
Bestes Beispiel dafür ist[–> Renars Uscins[–> (23) von der TSV Hannover-Burgdorf aus der Daikin Handball-Bundesliga. Deutschlands Nationalspieler und Handballer des Jahres 2024 hat am Sonntagmorgen, rund sieben Stunden vor dem Anwurf des Heimspiels gegen den TVB Stuttgart, genau das getan.
Handball-Nationalspieler macht BWL-Prüfung vorm Spiel
Uscins studiert Betriebswirtschaftslehre (Bachelor of Arts) an der PFH Göttingen, die auch Fernstudiengänge anbietet. Sonntagmorgen war Online-Prüfungstermin, diesmal zum Thema Statistik.
Der Linkshänder und Olympia-Silbermedaillengewinner taucht auf der Homepage der Hochschule sogar als Werbefigur auf. Dort sagt der Rückraumspieler: „Ein Wirtschaftsstudium neben dem Profi-Handball zu absolvieren, ist mir sehr wichtig. Die PHF bietet mir dafür ideale Rahmenbedingungen.“
Es ist nicht das erste Mal, dass Uscins eine BWL-Prüfung an einem Spieltag absolvieren musste. Der Prüfungs-Stress hat aber keine Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit später auf der Platte. Rund zweieinhalb Stunden vor dem Spielbeginn gegen den TVB Stuttgart wird Uscins in der Kabine sitzen und sich wie immer auf die Partie vorbereiten.
Unternehmerisch ist Uscins bereits tätig. Zusammen mit seiner Mutter Aija hat er in seiner Heimatstadt Dessau das Café „10/23“ eröffnet, der Nationalspieler war der Anschub-Investor für das Projekt.
Uscins vor der offiziellen Eröffnung zu SPORT BILD: „Ein Café zu betreiben, war der Traum meiner Mutter. Ich habe ihr die Voraussetzungen geschaffen, damit sie das machen kann. Meine Trikotnummern von Klub und Nationalmannschaft sollen Glück bringen.“


