Alles ist zum WM-Finale angerichtet.

Nach 107 WM-Spielen geht es am Sonntag (17.30 Uhr, ARD) für Deutschlands Handball-Frauen um Gold gegen Olympiasieger Norwegen. In der Nacht vor dem Finale wurde das letzte Geheimnis der WM gelüftet – die Medaillen. Und die sind etwas ganz Besonderes.

Diese ungewöhnlich kreativen Plaketten stehen ebenfalls für das WM-Motto „Hands Up for More“ und sollen die Werte der WM widerspiegeln, den Frauenhandball nachhaltig zu stärken, Gleichberechtigung zu fördern und Sichtbarkeit für Frauen im Sport zu erhöhen.

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Quelle: SID, BILD

An den Medaillen durften alle Handballvereine aus den Niederlanden mitwirken. Sie wurden aufgerufen, ihre Spieltrikots zu spenden, die dann zum Kernstück der Medaillen umfunktioniert wurden.

Das handförmige Design symbolisiert Einheit und Stärke. Die eingeschickten Trikots wurden mit transparentem Polystyrol-Kunststoff aus recycelten CD-Hüllen verschmolzen. Die Form ist aus Messing (für Gold) und Edelstahl (für Silber und Bronze) gefräst. Über 100 niederländische Vereine folgten dem Spendenaufruf und stellten ihre getragenen Trikots zur Verfügung.

Foto: BILD

Bei aller Freude über die tollen Medaillen wundern sich die Niederländer und der Deutsche Handball-Bund (DHB) als Ausrichter, dass beim zweitwichtigsten Termin des Handball-Jahres der IHF-Präsident mit Abwesenheit glänzt. Das Fehlen von Dr. Hassan Moustafa (81) wäre sogar noch verständlich, der Ägypter soll gesundheitlich angeschlagen sein. Doch auch ein Vertreter wurde nicht zur Frauen-WM entsandt.

DHB-Boss Andreas Michelmann (66) zu SPORT BILD: „Wir haben eingeladen, natürlich hätten wir eine Delegation gern hiergehabt, begründet wurde uns die Absage aber nicht.“

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Auf SPORT BILD-Nachfrage antwortet IHF-Generaldirektorin Amal Khalifa schriftlich: „Wir hatten von Anfang an geplant, an der gesamten Veranstaltung teilzunehmen. Leider gestaltet sich die Organisation des IHF-Kongresses in Ägypten, insbesondere aufgrund der Visabestimmungen, nicht einfach. Aktuell sind neben anderen organisatorischen Angelegenheiten über 30 Visa noch nicht ausgestellt und müssen noch einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden.“

Deutschlands Kandidat Gerd Butzeck (l.) mit dem amtierenden IHF-Boss Dr. Hassan Moustafa

Deutschlands Kandidat Gerd Butzeck (l.) mit dem amtierenden IHF-Boss Dr. Hassan Moustafa

Foto: Privat

Der IHF-Kongress mit der Wahl des IHF-Präsidenten findet vom 19. bis 22. Dezember in Kairo statt. Deutschland stellt mit Gerd Butzeck (66) auch einen Kandidaten auf. Dr. Hassan Moustafa will mit 81 Jahren trotzdem noch einmal kandidieren. Butzeck und zwei weitere Präsidenten-Kandidaten sind bei der Frauen-WM live dabei.

Butzeck zu SPORT BILD: „Ich gratuliere Deutschland und Norwegen zum Erreichen des Finals, aber im VIP-Bereich drehten sich die Gespräche nicht nur um die WM-Spiele, die Abwesenheit des IHF-Präsidenten dominierte viele Diskussionen. Die IHF scheint mit Visa-Problemen zu kämpfen.“

In der Khalifa-Antwort heißt es weiter: „Unsere Anwesenheit in Ägypten ist unerlässlich, da regelmäßig Treffen mit verschiedenen Ministerien, darunter dem Außen- und dem Innenministerium, stattfinden müssen. Auch die Anwesenheit des Präsidenten ist wichtig, da er eine ägyptische Persönlichkeit ist und problemlos die höchsten Ebenen in den jeweiligen Ministerien erreichen kann. Es ist bedauerlich, die prestigeträchtigste Weltmeisterschaft zu verpassen, aber der Wahlkongress ist ebenfalls von großer Bedeutung.“

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