Es ist vollbracht. Nach einem bärenstarken Auftritt steht die deutsche Frauen-Nationalmannschaft zum ersten Mal seit 1993 wieder in einem WM-Finale. Die DHB-Auswahl bezwingt in der Ahoy Arena von Rotterdam vor 5000 Fans den amtierenden Weltmeister Frankreich 29:23 (15:12) und hat jetzt schon WM-SILBER!
Nach dem Schlusspfiff brechen alle Dämme, die Mädels liegen sich weinend und erschöpft in den Armen, danach wird getanzt und gejubelt. Alle Last fällt ab. Zum ersten Mal seit 2005 ist Frankreich bezwungen und nach 2007 (WM-Bronze) gibt es für den deutschen Frauen-Handball endlich wieder eine Medaille.
Das Finale steigt am Sonntag um 17.30 Uhr, der Gegner wird zwischen Norwegen und Co-Gastgeber Niederlande noch ermittelt.
Die HBL-Spitze: Oliver Lücke (52), Frank Bohmann (61) mit Frau Ruth und Andreas Thiel (65) als Fans auf der Tribüne
Unter den Augen von DHB-Präsident Andreas Michelmann (66) und der kompletten HBL-Spitze mit Frank Bohmann (61), Andreas Thiel (65) und Oliver Lücke (52) – alle in pinkfarbenen Trikots – kommen die deutschen Frauen super ins Spiel. Schon nach 15 Minuten führt die Mannschaft von Bundestrainer Markus Gaugisch (51) mit vier Toren – 10:6.
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Vor dem Spiel hatte Gaugisch seine Mädels mit dem Spruch eingestellt: „Wir sind hier als Diebe hergekommen, um ihnen die Medaille zu klauen.“
Und so spielen die DHB-Frauen auch. Engagiert, bissig und mit ganz viel Mut. Leider klappt nicht immer alles in der ersten Hälfte. Die Stars aus Frankreich kommen durch Abspielfehler und durch ausgelassene Chancen immer wieder heran.
Sensation perfekt! Deutschlands Frauen stehen im WM-Finale
Deutschland kann sich an diesem Abend nur selbst schlagen. An der starken deutschen Deckung und einer überragenden Katharina Filter (26/15 Paraden) im Tor beißt sich Frankreich in der 1. Hälfte (15:12) die Zähne aus, macht die Treffer oft nur durch Konter.
In der zweiten Hälfte verteidigen die deutschen Frauen weiter ihren Vorsprung marschieren Richtung Finale. Nach 36 Minuten sind es wieder vier Tore Vorsprung (19:15). Die Star-Truppe hat überhaupt erst einmal im ganzen Spiel geführt, beim 3:4 (9.).
Die letzte Viertelstunde wird hektisch, ruppiger und wild: Erst knickt Kreisläuferin Lisa Antl (25) beim Reinlaufen um, dann wird die jüngste Deutsche, Nieke Kühne (21), böse aus den Schuhen geboxt. Die Französin Onacia Ondono sieht dafür glatt ROT (45.).
Die DHB-Frauen lassen sich durch nichts beeindrucken oder erschüttern. Machen einfach weiter, wo sie in Stuttgart und Dortmund angefangen haben, wollen den 8. Sieg im 8. Spiel. Nach 50 Minuten sind es zum ersten Mal fünf Tore vor. Das muss doch reichen. Doch die Französinnen wissen, wie Finale geht, von sieben Halbfinals haben sie auch sieben gewonnen – aber nicht mit diesen deutschen Super-Frauen! Der Handball-Wahnsinn ist perfekt.



