Der Bayern-Patron legt nach!

Einen Tag nach seinem Auftritt bei den „Power Days“ von Business-Coach Jürgen Höller (62) hat Uli Hoeneß (73), Ehrenpräsident des Rekordmeisters auf der Konferenz „Sport Marke Medien“ auf der Sportmesse Ispo in München gesprochen.

Hoeneß über:

…Bayern-Trainer Vincent Kompany (39):[–> „Kompany hat bei Pep Guardiola sehr, sehr viel gelernt. Als Max Eberl bei der dritten oder vierten Option mit dem Vorschlag Kompany kam, haben Karl-Heinz und ich den Pep Guardiola, mit dem wir beide sehr befreundet sind, angerufen und haben gefragt. Pep hat gesagt, den könnt ihr blind nehmen, ein toller Trainer, der wird irgendwann auch Man City übernehmen, wenn ich mal nicht mehr da bin. Vincent ist morgens um halb 8 Uhr da und geht abends um 6 Uhr. Da gab es zuletzt ein paar, die das nicht so gesehen haben. Und er ist einer, der mit den Spielern spricht. Er will jeden Spieler jeden Tag besser machen. Wenige machen das. Er macht es jeden Tag.“

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Quelle: BILD

…die Klub-WM: [–>„Wir hatten auch große Bedenken mit der Klub-WM, aber sie hat uns natürlich irre Geld gebracht. Denn das letzte Jahr war wirtschaftlich katastrophal gelaufen. Die Klub-WM hat unsere Bilanz für das letzte Jahr ausgeglichen. Und ich höre, ich war nicht dabei, dass in diesen drei, vier Wochen, wo die Mannschaft in Amerika zusammen war, etwas zusammengewachsen ist.“

…den kleinen Kader der Bayern:[–> „Uns wurde monatelang vorgeworfen, dass wir viel zu wenig tolle Spieler oder erfahrene Spieler gekauft haben. Genau das ist jetzt für uns ein Riesenvorteil, denn wir alle gemeinsam haben uns entschieden, nicht die teuren Spieler, Xavi oder Gittens, der auch im Gespräch war, oder Sesko, der 80 Millionen kostet, zu kaufen. Sondern wir haben gesagt, komm, wir machen gar nichts, wir leihen den Jackson von Chelsea. Und dadurch haben wir eine relativ ausgeglichene Transferbilanz. Und wir haben auch den Trainer, der das mitgespielt hat, dass er junge Spieler einsetzt. Wenn ich jetzt die Entwicklung von dem kleinen Karl sehe… Auch die Thomas-Müller-Entscheidung war extrem hart, aber wichtig. Denn eines ist auch klar: Wenn Thomas Müller geblieben wäre, wäre er auf der Bank gesessen – und dann hätte das ganze Stadion Müller, Müller gebrüllt, wenn jemand ausgewechselt wird. Und dann wären Karl und Bischof unter ferner liefen gelaufen.“

…Wirtz und Liverpool:[–> „Offensichtlich hat ihm Trainer Slot etwas versprochen, was er jetzt nicht hält. Er hat ihm ganz klar versprochen, dass er die Nummer 10 kriegt. Darauf hat er sehr viel Wert gelegt. Und er hat ihm auch versprochen, dass er um ihn herum eine neue Mannschaft baut. Ein Dreck ist! Tatsache ist, dass er jetzt mit der Nummer Sieben spielt und seine neue Mannschaft spielt alles, aber nicht um Florian Wirtz herum. Und bei so vielen Niederlagen wie Liverpool ist die Saison schon fast gelaufen.“

Hoeneß auf der Bühne mit Moderator Carsten Schmidt

Hoeneß auf der Bühne mit Moderator Carsten Schmidt

Foto: Getty Images

…einen möglichen Einstieg von China-Autobauer BYD:[–> „Ich würde wegen 10 oder 20 Millionen nicht zu dem Chinesen gehen, sondern ich würde versuchen, Audi da hinzubringen, was die anderen zahlen. Und BMW. Die sind eh in den Startlöchern.“ Nachfrage: Aber noch nicht losgelaufen? Hoeneß: „Wenn wir das Signal geben…“

…Financial Fairplay und 50+1:[–> „Ich glaube, irgendwann muss die Uefa, die Fifa dafür sorgen, dass so etwas wie Financial Fairplay mal wirklich kommt. Ich meine, so geht es ja nicht weiter. Uns betrifft es ja gar nicht. Wir haben ja sowieso einen Deal mit den Mitgliedern, dass wir, wenn wir mehr als 30 Prozent verkaufen wollen, eine Dreiviertel-Mehrheit der Mitglieder haben müssen, was wir aus meiner Sicht nicht kriegen. Aber es wäre doch schön, wenn Vereine wie Mönchengladbach, wie Heidenheim von mir aus oder der HSV, oder der 1. FC Köln, wenn die ein bisschen mehr verkaufen könnten als diese 50 Prozent oder richtig mal einen Investor haben könnten, das wäre auch für die Wettbewerbssituation in Deutschland gut – und ich bin auch überzeugt, dass wir dann international besser aufgestellt wären. Das A und O wird immer sein, dass die Uefa und Fifa diesem grenzenlosen Spiel, was wir im Moment international haben, ein Ende bereiten.“

…die Kohle der Engländer:[–> „Wir essen ja immer Mittag vor den Spielen. Als Chelsea hier war, dieser Milliardär Boehly, der spricht mit dir über eine halbe Milliarde, da denkst du, sind das jetzt Lira oder ist das Euro? Das ist Wahnsinn, ja, also da spielt das Geld überhaupt keine Rolle.“

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Quelle: BILD/Reuters

…die schlechte TV-Vermarktung in Deutschland:[–> „Das Problem, das wir in Deutschland allgemein haben: Hier wird kein Risiko eingegangen, hier wird keine Vision gelebt. Es muss irgendwann mal damit Geld zu verdienen sein. Nur man muss irgendwann mal springen. Es gibt ja gar keinen Grund, dass das bei uns viel schlechter laufen soll als in England, Spanien oder Italien. Denn es gibt kein Land der Welt, wo die Stadien dermaßen ausverkauft sind wie in Deutschland. Also das Interesse an der Sportart Fußball muss riesig groß sein. Deswegen verstehe ich nicht, warum es nicht möglich sein soll, in Deutschland mit europäischen Sendern mehr Geld zu generieren. Wenn wir aber wollen, dass mehr Vereine auch international wettbewerbsfähig sind, dann muss man sich öffnen. Denn wenn wir nicht neue Geldquellen in der Wirtschaft ausmachen oder erfinden, dann werden wir gegen diese Abu Dhabis, gegen die Dubais, gegen die Leute, die da jetzt ihr Geld investieren, keine Chance mehr haben.“

…die vielen neuen TV-Anbieter im Fußball:[–> „Ich habe meinen Freunden von der Telekom immer gesagt, kauft doch ihr alle Rechte und macht einen Sender. Ich bin sowieso kein Techniker, ich brauche immer meine Frau, bis ich DYN gefunden habe. Das war immer mein Traum: Ich drücke auf einen Knopf, und da kann ich alles schauen. Dafür wären die Leute, glaube ich, bereit, relativ viel Geld auszugeben. Aber was da jetzt passiert, das kann nicht gut gehen, aus meiner Sicht. In Deutschland zumindest nicht. In England zahlen die Leute für Pay-TV wahnsinnig viel Geld, denn nur so können diese zweifachen und teilweise dreifachen Beträge zustande kommen.“

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