Beim 1. FC Köln haben sie die Gefahr erkannt. Die Bosse um Sportchef Thomas Kessler (39) und Trainer Lukas Kwasniok (44) achten genau darauf, wie sich Shootingstar Saïd El Mala (19) verändert. Die Kernfrage, mit der sie sich beim FC täglich beschäftigen: Wie kommt der Offensiv-Spieler mit den äußeren Einflüssen zurecht?

Vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt (3:4) versuchte Kwasniok erneut, den Hype um sein Juwel etwas zu bremsen. Ohne El Mala zu bremsen. „Saïd ist ein Goldjunge“, sagte er und mahnte dann: „Wir dürfen ihm die Freude nicht nehmen durch zu viel Erwartungshaltung.“

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Wird El Mala bald alles zu viel?

Kwasniok weiß: „Saïd will einfach nur kicken.“ Er überfrachtet den Linksaußen nicht mit Gesprächen. Die führt der FC im Hintergrund mit Eltern, Bruder, Berater. Zudem gibt es innerhalb der Mannschaft einen Kreis erfahrener Spieler, die versuchen, das Talent zu leiten.

Ganz wichtig ist Ron-Robert Zieler (36). Die Nr. 2 des FC ist Weltmeister von 2014 – kennt alle Höhen, Tiefen und Fehler im Profifußball, vermittelt Stabilität. Kapitän Marvin Schwäbe (30) und Florian Kainz (33) wirken mit ihrer Ruhe auf El Mala. Stürmer Marius Bülter (32) treibt ihn an. Der Förderkreis funktioniert. El Mala entwickelt innerhalb der Mannschaft keine Allüren. Der Trainer lobt den Ehrgeiz im Training.

Trotzdem sind alle sensibilisiert. Der Aufsteiger der Saison kam im Sommer aus der 3. Liga von Viktoria Köln. Er begeistert Köln, ist aber kein Stammspieler. Im September durfte er erstmals zur U21, lieferte. Im November berief ihn Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) in die A-Elf, ließ ihn in Luxemburg (2:0) nicht spielen und schickte ihn zur U21.

Kwasniok erklärt, dass vorher kommuniziert war, dass El Mala womöglich vorzeitig abreist. Allerdings gab Nagelsmann dem Jungen öffentlich mit auf den Weg, dass er an seinen „Baustellen“ schon arbeiten müsse. Gemeint ist u. a. das Defensivverhalten. Deshalb war er bei Kölns Derby-Pleite in Gladbach (1:3) zur Pause ausgewechselt worden.

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Bei der U21 drehte El Mala wieder auf. Beim 2:0 in Georgien legte er das 1:0 vor. Zur Abreise gab es die nächste Ansage. Diesmal von U21-Trainer Antonio Di Salvo (46): „Er muss versuchen, außen vorbeizukommen.“ Und: „Er muss das Tor einfach präzise treffen. Das muss er lernen.“ Muss, muss, muss!

Dabei hat El Mala keine 500 Minuten in der Bundesliga gespielt. Gleichzeitig steigen nach englischen Klubs und dem FC Bayern weitere Spitzenvereine wie Manchester City und nun der FC Barcelona in das Rennen um den Kölner ein. Sie beobachten El Mala intensiv. Egal, wie sehr Familie, Verein und Berater ihn unterstützen und versuchen, ihn abzuschirmen: Die Gefahr, dass El Mala alles zu viel wird, bleibt.

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