Acht-Tore-Spektakel in München, Sechs-Tore-Wahnsinn in Dortmund, Sieg für Sandro Wagner!

Der FC Bayern gibt sich in der Bundesliga nur knapp 20 Minuten eine Blöße, dreht dann einen 0:2-Rückstand in einen 6:2-Sieg. Dortmund verspielt erst eine 2:0-Führung gegen Stuttgart, bevor der eingewechselte Karim Adeyemi kurz vor Schluss das 3:2 macht – ehe Denis Undav mit seinem dritten Treffer noch das 3:3 besorgt. Wahnsinn!

Trainer Sandro Wagner feiert im Kellerduell mit Augsburg einen wichtigen Dreier gegen den HSV.

Die Ergebnisse in der Übersicht: Köln – Frankfurt 3:4 (1:2), FC Bayern – SC Freiburg 6:2 (2:2), Dortmund – Stuttgart 3:3 (2:0), Augsburg – HSV 1:0 (0:0), Heidenheim – Gladbach 0:3 (0:1), Wolfsburg – Leverkusen 1:3 (0:3), Mainz – Hoffenheim 1:1 (0:1).

Schlafmütze Bellingham

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Dortmund führte schon mit 2:0, sah wie der sichere Sieger gegen den VfB Stuttgart aus – doch dann drehten die Gäste auf. Denis Undav verkürzte kurz nach der Pause auf 1:2, markierte in der 71. Minute auch das Tor zum 2:2. Unnötig, aus Dortmunder Sicht. Denn: Gleich vier (!) Spieler der Stuttgarter hätten bei der Situation im Abseits gestanden – wäre Jobe Bellingham nicht als einziger Dortmunder nicht hinten rausgerückt. Im Gegenteil: Der junge Engländer rückte in der Situation sogar noch weiter hinten rein. Von Waldemar Anton gab es dafür einen deutlichen Rüffel. Trainer Niko Kovac sagte nach der Partie: „Wir sagen immer: ‚attack the ball line‘ – erreiche die Linie, wo der Ball gespielt wird. Und da ist Jobe in dem Fall nach hinten gerückt anstelle nach vorn, dadurch hebt er vier Stuttgarter aus dem Abseits auf …“

Schwarz-gelbe Partybremse Undav

Denis Undav (29)

Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto

Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte bei den Länderspielen auf Stuttgarts Denis Undav verzichtet – aber mit solchen Leistungen schießt sich der VfB-Angreifer schnell wieder in den DFB-Kader. Drei Treffer in Dortmund, alle in der zweiten Halbzeit – damit war er die Partybremse für die Schwarz-Gelben und der „Firestarter“ für die mitgereisten Anhänger des VfB.

Historische Gala von Bayern-Juwel Lennart Karl

Lennart Karl (17)

Lennart Karl (17)

Foto: Sven Hoppe/dpa

Lennart Karl rückte für den angeschlagenen Serge Gnabry in die Bayern-Startelf gegen Freiburg – und machte, mal wieder, ein herausragendes Spiel. Das Superjuwel markierte den Treffer zum 1:2 selbst, bereitete das 2:2 durch Michael Olise vor. Historisch! Denn: Noch nie hat ein 17-jähriger Bayern-Spieler ein Tor erzielt und eines vorbereitet.

Plötzlich führte Wolfsburg mit 10:1 …

Foto: DAZN

Edmond Tapsoba hatte Bayer Leverkusen in Wolfsburg gerade mit 2:0 in Führung gebracht, als bei TV-Sender DAZN die Grafik verrückt spielte. Der Spielstand, der oben links in der Ecke angezeigt wurde: 10:1 für Wolfsburg! Ein Ergebnis, das VfL-Interimstrainer Daniel Bauer (übernimmt vorerst vom gefeuerten Simonis) zum Einstand sicher gefallen hätte. Stattdessen setzte es am Ende eine 0:3-Pleite – mit der Bauer wenig Eigenwerbung betreiben konnte.

Tiki-Taka-Tabakovic

Foto: Harry Langer/dpa

Mit sieben Treffern ist Gladbachs Haris Tabakovic der derzeit beste Knipser der Bundesliga – hinter Bayerns Harry Kane (13 Tore). Sein Tor zum 2:0 in Heidenheim – absolut sehenswert! „One-Touch-Fußball“, wie man ihn in Gladbach in dieser Saison lange Zeit nicht gesehen hat. Castrop spielt von der rechten Außenbahn flach in die Mitte auf Reitz, der legt per Hacke wunderbar ab, Tabakovic vollendet flach ins Eck – eine traumhafte Kombination.

Fan-Proteste in allen Stadien

Foto: Thilo Schmuelgen/REUTERS

Fußball-Fans haben deutschlandweit erneut gegen die geplanten Maßnahmen der Politik zur Sicherheit in den Stadien protestiert. Die Anhänger stellten zunächst ihre Unterstützung ein und schwiegen. Auf Plakaten machten sie vor der Innenministerkonferenz vom 3. bis 5. Dezember ihrem Unmut Luft. In allen Stadien stimmten die organisierten Fans ihre Gesänge erst nach der zwölften Minute an – für den zwölften Mann, sprich die Fans hinter der Mannschaft. Die Fanszenen in Deutschland halten die kolportierten geplanten Maßnahmen der Innenministerien für überzogen und einseitig, insbesondere zentral verfügte Stadionverbote, das Personalisieren der Eintrittskarten und eine aus ihrer Sicht flächendeckende Überwachung auch mit einer Gesichtserkennung im Stadion.

Kehl über Adeyemi: „Haben ihm unsere Meinung gesagt“

Karim Adeyemi stand bei Dortmunds Heimspiel gegen Stuttgart nicht in der Startelf. Und doch war er rund um die Partie eines der großen Gesprächsthemen – vielmehr der Strafbefehl wegen illegalen Waffenbesitzes, die Geldstrafe über 450.000 Euro. BVB-Boss Lars Ricken erklärte bei DAZN: „Das Strafverfahren ist abgeschlossen, er hat keinen geschädigt. Er hat uns glaubwürdig erklärt, wie es dazu gekommen ist. Wir haben daran keinen Zweifel.“ Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl meinte: „Wir haben mit Karim darüber gesprochen und das intensiv besprochen. Wir haben ihm unsere Meinung gesagt. Er hat seinen Fehler eingestanden. Er hat eine Strafe bekommen. Uns gegenüber war er sehr transparent. Für uns ist die Sache erledigt.“ Deutlicher wurde Sky-Experte Didi Hamann: „Er ist jetzt 23. Er muss natürlich irgendwann mal lernen, Verantwortung zu übernehmen. Die Leistung passt, aber er muss irgendwann mal anfangen, die ganzen Nebenkriegsschauplätze auszublenden und sich auf Fußball zu konzentrieren. Er könnte einer der besten deutschen Spieler sein. Dafür muss er mal lernen, Verantwortung zu übernehmen und erwachsen zu werden.“

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