34:31, 28:27, 28:27!

Das waren in der Daikin Handball-Bundesliga in den letzten drei Jahren die Heimspiel-Ergebnisse der TSV Hannover-Burgdorf gegen den SC Magdeburg. Es waren drei Spiele mit größtenteils völlig verrückten Verläufen.

Wer erneut darauf gehofft hat, wird am Sonntag in Hannovers ZAG-Arena nach einem unfassbaren Krimi nur ergebnistechnisch enttäuscht. Hannover-Burgdorf verliert gegen Magdeburg 22:24 (8:8). In einem Spiel, dessen wilder Verlauf seinesgleichen sucht.

Foto: BILD

Handball-Kampfgericht schaltet LED-Banden ab

Hannover-Burgdorf ist bis auf Leif Tissier (Muskelfaserriss) komplett, auch Kapitän und Rechtsaußen Marius Steinhauser ist nach Adduktoren-Problem wieder mit auf der Platte. Aber das Spielgeschehen diktiert von Beginn an die Hektik.

Überraschend startet der Däne Simon Gade statt Joel Birlehm im Tor der Gastgeber, in der 4. Minute sorgt der technische Delegierte Sebastian Grobe am Tisch des Kampfgerichts für eine Unterbrechung. Er bemängelt auf Zuruf der Magdeburger Bank die grell flackernden LED-Werbebanden hinter und neben dem Gastgeber-Tor. Dort werden sie abgeschaltet, weiter geht der wilde Ritt.

Mit Gade, der einen Save nach dem nächsten abliefert. Der Däne steht nach acht Minuten bei unfassbaren 83 Prozent Paradenquote. Problem: Seine Mitspieler veredeln es im Angriff nicht mit Toren. Nach 12 Minuten sind beim 3:3-Zwischenstand erst sechs Tore gefallen.

Kaum Tore, aber fast alle anderen Handball-Zutaten sind dabei. Die Torlinien-Technik wird nach einem Latten-Linien-Kracher von Maxim Orlov und einem Wurf von Elvar Örn Jonsson zu Rate gezogen, Vilhelm Poulsen bekommt nach Videobeweis eine Zweiminutenstrafe, der technische Delegierte Grobe braucht seinen Stuhl eigentlich nicht, weil er fast nur noch steht. Zur Pause steht das Tor-Diätergebnis 8:8 auf dem Videowürfel, die erste Hälfte dauert rekordverdächtige 50 Minuten.

Auch nach dem Wechsel bleibt es eine völlig irre Partie. Rund 30 Sekunden nach Wiederanpfiff wird es Hannover-Burgdorfs National-Kreisläufer Justus Fischer plötzlich übel, er hält sich das Trikot vor den Mund, übergibt sich noch auf dem Spielfeld und rennt in die Kabine. Ohne Fischer gerät der Gastgeber 9:12 in Rückstand (38.).

In der 46. Minute nimmt Hannover-Burgdorfs Trainer Christian Prokop eine Auszeit, im Anschluss rennt er wutentbrannt Schiedsrichter Philipp Dinges hinterher und beschwert sich – gelbe Karte! Die sieht Magdeburg-Coach Bennet Wiegert wenig später auch.

Fast unbemerkt nimmt Fischer wieder auf der Bank Platz, Gade erwischt nichts mehr und macht Platz im Tor für Birlehm (49.). Aus vier Toren Rückstand wird das 19:20 (52.), die Hütte brennt. Birlehm liefert Paraden ab, Magdeburg ist beeindruckt – Uscins trifft zum 20:20 (54.).

Am Ende rettet sich aber der SCM zum Sieg, weil er in den letzten fünf Minuten weniger Fehler als der Gastgeber begeht und vor dem Tor eiskalt bleibt.

Voller Einsatz! : Handball-Star fliegt über die Bande

Teaser-Bild

Quelle: DYN

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