Sie machte eine Horror-Zeit durch.

Die schwedische Skilanglauf-Weltmeisterin Frida Karlsson (26) wurde jahrelang von einem Stalker belästigt. Alles begann im Herbst 2023 – der 64 Jahre alte Mann terrorisierte sie mit über 200 Anrufen, schrieb Nachrichten, speicherte zudem etliche Fotos von ihr auf seinem Handy.

Im Mai 2024 erschien er bei einem Laufwettbewerb, im Sommer bei einer Trainingseinheit und im August dann vor ihrem Haus. Im November desselben Jahres wollte er ihr sogar nach Teneriffa hinterher reisen.

Nun erzählt die Wintersportlerin zum ersten Mal, was sie in der Zeit durchmachen musste.

Zum schwedischen „Expressen“ sagt sie: „Ich bin behütet aufgewachsen, habe nie das Auto oder das Haus abgeschlossen.“ Und weiter: „Jetzt aber ist meine kleine Schutzbarriere beschädigt.“ Ihr sei ein Grundvertrauen abhandengekommen, das sie erst wieder aufbauen müsse. „Wahrscheinlich hat mich alles, was passiert ist, stärker betroffen, als mir bewusst war.“

Nachdem der Mann vor Karlssons Haus aufgegriffen worden war, wurde ein Kontaktverbot verhängt. Doch das stoppte den Stalker nicht. Er kontaktierte die Langläuferin weiter, schrieb sogar Nachrichten und einen Brief an ihre Mutter und Managerin Mia Karlsson. Dass er ignoriert und blockiert wurde, bremste ihn ebenso wenig aus. Der Stalker glaubte, er führe mit der Sportlerin eine Liebesbeziehung.

Für Karlsson wurde das zum Alptraum. Sie übernachtete immer wieder bei einer Freundin der schwedischen Ski-Nationalmannschaft – auch weil sie jedes Mal zusammengezuckt sei, wenn es an der Tür geklingelt habe. Der Ski-Star: „Ich fühlte mich zu Hause unsicher, habe draußen stets über meine Schulter geschaut.“

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Quelle: SNTV

Im März wurde der Stalker verurteilt. In einem Prozess erhielt Karlsson 3650 Euro Schadenersatz zugesprochen. Weitere von der Staatsanwaltschaft geforderte Sanktionen wie eine Haftstrafe blieben aber aus. Ins Gefängnis muss der Stalker nicht. Das erstinstanzliche Urteil empfinden viele Experten ob der Schwere der Vorfälle als zu mild. Beide Seiten haben es angefochten.

Karlsson: „Für mich ist es das Wichtigste, dass ich meine Meinung sagen konnte. Ich kann nur hoffen, dass er etwas zum Nachdenken bekommen hat. Den Rest überlasse ich dem Rechtssystem. Und ich hoffe, er bekommt die Strafe, die er verdient.“

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