Die MT Melsungen schafft im dritten Anlauf den ersten Heimsieg der neuen Saison. Gegen den HSV Hamburg steht am Ende in Kassel ein 32:28 zu Buche.
Dyn-Experte und Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson (52) attestiert vor dem Spiel ob des Fehlstarts des Vorjahresdritten (nur ein Sieg aus den ersten fünf Spielen): „Jetzt müssen sie so langsam punkten.“
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Und das tut die MT, die von Beginn an voll da ist – und offensiv direkt mit einem 7-gegen-6 agiert. Das zahlt sich aus. Nach sieben Minuten führt Melsungen mit 5:2. Doch die Gäste stellen sich schnell darauf ein. Nach 14 Minuten heißt es nur noch 7:6. Sigurdsson urteilt: „So ganz flüssig sieht das nicht aus bei der MT. Sowohl im 7-gegen-6 als auch im 6-gegen-6 – es sind immer lange Angriffe.“
Als hätten sie den kroatischen Nationaltrainer gehört, läuft es danach besser. Vor der Pause lassen die Hausherren über fünf Minuten kein Gegentor mehr zu. Zur Halbzeit führt das Team von Trainer Roberto Garcia Parrondo mit 19:14.
Sigurdsson: „Melsungen hat aufgehört mit 7-gegen-6, dann sah es viel besser aus, es kam mehr Tempo ins Spiel, sie haben ein paar Gegenstöße laufen können. Und Hamburg hatte einen kleinen Blackout wie gegen Lemgo zum Schluss.“
Gegen den TBV gab der HSV vor genau einer Woche binnen weniger Minuten eine Sechs-Tore-Führung in der zweiten Halbzeit noch aus der Hand. Und in den letzten drei Minuten nochmal eine Zwei-Tore-Führung, sodass es nur zum Remis reichte (35:35).
Doch mit Start der zweiten Hälfte gönnt sich Melsungen plötzlich eine Auszeit, der HSV ist nach acht Minuten wieder auf einen dran (20:19).
MT-Star nach Foul: „Es war nichts Verrücktes“
Strittige Rote Karte dann gegen Hamburgs Einar Olafsson elf Mintuen vor Schluss: Der Isländer wird nach minutenlangen Diskussionen und Videobeweis nach einem Zweikampf mit MT-Riese Dainis Kristopans, den er wohl mit seinem rechten Arm eher unabsichtlich im Gesicht erwischt, runtergestellt.
Kristopans geht zwar zu Boden, hält sich das Gesicht, scherzt aber anschließend schon wieder auf der Bank mit Teamkollege Ignatow gestenreich über die Szene, während die Schiris diese am Bildschirm überprüfen. Beide MT-Profis mit einem Lachen im Gesicht.
Der Getroffene nach dem Spiel: „Foul ist für mich Foul. Ich weiß nicht, wie es von der Seite ausgesehen hat. Es war nichts Verrücktes.“
In der Folge fängt sich HSV-Trainer Torsten Jansen noch eine Verwarnung ein. Er ist mit der Entscheidung der Schiris ganz und gar nicht einverstanden. Der Ärger ist verständlich, die Herausstellung aber eher nicht spielentscheidend.
Der Schlussphase drückt mit vier Treffern in den letzten sechs Minuten MT-Rückkehrer Amine Darmoul (feierte in Berlin sein Comeback nach 341 Tagen) seinen Stempel auf. Er sorgt vor 3.541 Fans dafür, dass sein Team nicht mehr in die Bredouille kommt und die zwei Punkte sicher nach Hause bringt.
MT-Nationalspieler Timo Kastening dennoch kritisch: „Es fällt eine Menge Druck ab. Das Spiel war richtig zerfahren, das war kein Leckerbissen von unserer Seite aus.“


