Inzwischen ist die ZAG-Arena 25 Jahre alt, sie trägt jetzt ihren vierten Namen. Eines blieb in all den Jahren aber immer gleich: rund um die Multifunktionshalle und ihren Eigentümer Günter Papenburg (86) gab es immer wieder Ärger und Gerichts-Prozesse.
Handball: Deutschlands größte Zoff-Halle
Aktuell kann die TSV Hannover-Burgdorf aus der Daikin Handball-Bundesliga ein trauriges Lied davon singen. Die Niedersachsen waren vergangene Saison hinter dem THW Kiel Vizemeister beim Zuschauer-Schnitt.
Der rege Zuspruch zwingt den Klub nun am Mittwoch in das Landgericht Hannover, weil Papenburg wegen unter anderem angeblich höheren Energie-, Security- und Reinigungskosten vom Handball-Klub eine Mietnachzahlung von 583.000 Euro fordert.
Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, hatte Papenburg den bis 2030 geschlossenen Mietvertrag mit den Handballern gekündigt. Dagegen wehrte sich der Klub erfolgreich und erwirkte im Sommer per einstweiliger Verfügung seinen Verbleib in der Arena.
Die TSV Hannover-Burgdorf dürfte schon allein durch Papenburgs Nachforderung einen Spitzenplatz bei den Miet-Kosten in der gesamten Liga einnehmen.
Die Zusammenarbeit beider Seiten ist seit der Saison 2017/18 geprägt von regelmäßigen Streitereien, es ging und geht immer um Geld. Dennoch setzt der Verein weiter auf seine inzwischen vertraute Spielstätte. Klub-Geschäftsführer Eike Korsen (42): „Ich vertraue auf das Gute, ich vertraue auf das Vernünftige und bin überzeugt, dass sich das in der Zukunft bestätigen wird.“
Betroffen von Papenburgs Streitlust und Unlust auf geschlossene Verträge waren zuvor schon der ehemalige Eishockey-Meister Hannover Scorpions und Handball-Traditionsklub GWD Minden.
Die Ostwestfalen gingen in der Saison 2004/05 das Wagnis ein, einen Teil ihrer Heimspiele in Papenburgs Arena auszutragen. Die Liaison endete im Streit und – natürlich – im Landgericht Hannover. Minden erstritt sich damals eine Entschädigung von über 300.000 Euro.
Die TSV Hannover-Burgdorf wäre schon froh, mal eine Saison ohne Scharmützel mit Bau-Multi Papenburg, zu dessen langjährigen Freunden auch Ex-Kanzler Gerhard Schröder (81) zählt, spielen zu können. Klub-Chef Korsen: „Unser Ziel war und ist, die Kräfte weiterhin gemeinsam zu bündeln. Und die jeweiligen Potenziale gegenseitig zu heben.“


