Er hat wohl gerade den schwersten Job in der Daikin Handball-Bundesliga. Neu-Trainer Nicolej Krickau (38), muss bei den Füchsen Berlin das erfolgreichste Duo der Vereinsgeschichte, Ex-Trainer Jaron Siewert (31) und Ex-Sportboss Stefan Kretzschmar (52), ersetzen. Zu Krickaus Pech waren beide auch noch äußerst beliebt.

Nach der fetten Klatsche gegen den SC Magdeburg (32:39) stehen für Krickau und das Team um Superstar Mathias Gidsel (26) zwei schwere Auswärtsaufgaben an. Donnerstag beim HBC Nantes (20.45 Uhr/Dyn) und am Sonntag (15 Uhr, kostenlos Sportbild und Welt.tv) beim VfL Gummersbach.

Harter Hanning-Vorwurf an Kretzschmar: „Durch den Post von Stefan ohne Vorwarnung…“

Quelle: DYN

... Krickau über Druck: „Ich weiß, dass ich mich ins Auge des Sturms begebe. Aber ich bin für die Herausforderung gerüstet. Ich hatte nach meiner Entlassung in Flensburg ein halbes Jahr Zeit meine Fehler und Arbeit zu analysieren.“

… über seine Gefühle nach der SCM-Pleite: „Leicht ist es natürlich nicht zu verlieren. Und tut weh. Aber ich habe auch Klarheit, warum es so passiert ist.“

… über die Wut der Fans: „Ich kann das gut verstehen. Das ist nur menschlich. Ich beziehe das nicht auf mich, sondern das ist eher eine Respektsbekundung für Jaron und Kretzsche.“

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… über den mentalen Zustand der Mannschaft nach den Chaos-Tagen (Gidsel weinte nach dem SCM-Spiel, d. Red.): „Ich erwarte nicht vom Team, dass man alles, was passiert ist, nach einem Tag abschüttelt, das wird auch länger als 3 bis 4 Tage dauern. Da ich noch gar nicht weiß, wie jeder Spieler damit umgeht, erwarte ich gegen Nantes und Gummersbach gar keine Topleistung, aber weniger ist vielleicht auch genug, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Ich freue mich jetzt darauf, dass wir zwei Auswärtsspiele haben. Ich habe sechs Reise-Tage und immer volle 24 Stunden Zeit, die Jungs kennenzulernen und sie mich.“

Handball: Darum freut sich Krickau über 6 Reisetage

… über die Aufarbeitung der SCM-Demontage: „Wir haben das in zwei Teile getrennt. Wir haben eine ganz normale sportliche Analyse gemacht. Und dann habe ich Einzelgespräche geführt.“

… was muss besser werden: „Es gab zwei Hauptthemen – die Abwehr hat zu viele Zweikämpfe verloren und wir haben zu viel über die Mitte gespielt, uns damit beschränkt, nicht das ganze Feld ausgenutzt. Viel zu wenig unsere Außen benutzt.“

… seine neue Taktik: „Erst einmal habe ich viel Vertrauen in unseren Kampf und das bestehende Spielsystem. Es ist nicht meine Aufgabe, eine große Veränderung zu machen. Es wäre ja dumm von mir, wenn ich nicht mit dem Personal das exzellente Tempospiel beibehalten möchte. Ich habe das mit GOG und Flensburg nie so hinbekommen.“

… über seine Akzeptanz in der Mannschaft: „Mein erstes Gefühl ist, alle haben Verständnis für die Situation. Es sind sehr intelligente Spieler hier, die offen sind für meine ersten kleinen Veränderungen. Ich komme hier nicht als Diktator, die haben schon die Meisterschaft gewonnen, da ist viel Demut.“

… über die Wichtigkeit, die nächsten Spiele zu gewinnen: „Wir brauchen jetzt Erfolgserlebnisse. Je schneller wir in unseren Rhythmus kommen und eine Gewinnerserie haben, desto schneller ist wieder Sicherheit im Kader.“

... über seine Ziele: „Alle sind frisch und gesund, da gehen wir ,all in‘, wollen in allen Wettbewerben vorn mitspielen und am Ende in Köln im Champions-League-Finale stehen.“

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