Nach dem Saisonstart in Frankreich spricht Trainer Adi Hütter (55) über den Angriff mit Pogba, Dier und Co. sowie ein Duell mit Eintracht Frankfurt.
SPORT BILD: Herr Hütter, vor einem Jahr sagten Sie im Interview mit SPORT BILD über Paris Saint-Germain im ersten Jahr ohne Kylian Mbappé: „Ich glaube nicht, dass sie schwächer werden.“ Sie hatten mehr als recht …
Adi Hütter (55): Das stimmt. Sie haben verdient die Champions League gewonnen, sie haben tolle Spieler, einen super Trainer. Sie sind für mich die beste Mannschaft Europas. Und sie sind wieder der klare Favorit in unserer Liga.
Können Sie Ihnen mit Monaco trotzdem gefährlich werden? In den vergangenen Saisons sind Sie Zweiter und Dritter geworden.
Wir wollen die Lücke schließen. Sie waren 23 Punkte vor uns, das war zu viel. Dazu haben wir in meiner Zeit noch nicht gegen PSG gewonnen. Sie müssen eine schlechte Saison haben und wir eine sehr gute. In Deutschland war Leverkusen auch im richtigen Moment da und hat Bayern hinter sich gelassen. Es wird schwer, aber wir sind ambitioniert. Das zeigen auch unsere Transfers.
Ligue 1: Wie sich Hütter und Monaco Pogba schnappten
Mit Lukas Hradecky, Eric Dier und vor allem Paul Pogba kamen sehr erfahrene Profis.
Wir waren mit unseren Führungsspielern Denis Zakaria, Thilo Kehrer oder Breel Embolo sehr zufrieden. Aber wir sind im Klub auch zum Entschluss gekommen, dass unsere jungen Spieler noch ein Mehr an Erfahrung brauchen, um sich besser zu entwickeln. Wenn du einen Vollprofi wie Eric Dier vor dir hast oder einen Paul Pogba, der Weltmeister geworden ist und auf seiner Position im zentralen Mittelfeld mal der beste Spieler in Europa war, dann ist das ein Zeichen des Vereins, dass wir uns verbessern wollen.
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Pogba stand nach einer Dopingsperre zwei Jahre nicht auf dem Feld. Wie schnell kann er Ihnen helfen?
Wenn man in seinem Alter mit Anfang 30 so lange nicht spielt, ist das schwierig. Wir brauchen Geduld, bis er in einem Pflichtspiel auf dem Platz steht. Vielleicht geht das Mitte September. Aktuell ist er im Aufbautraining, wir arbeiten an seiner Statik und Balance, damit er die fußballspezifischen Herausforderungen wie Zweikämpfe gut verkraften kann. Aber bei seiner Einstellung bin ich optimistisch, dass das klappen wird.
Wie kam es zu diesem Transfer?
Wir hatten für das zentrale Mittelfeld mehrere Möglichkeiten. Währenddessen haben sich seine Berater bei verschiedenen Vereinen erkundigt. Bei uns hat Paul eine Einladung bekommen, mit den Verantwortlichen zu sprechen. Ich hatte auch die Gelegenheit, mit ihm aus dem Urlaub zu sprechen. Ich habe 20 Minuten mit ihm telefoniert und hatte sofort ein gutes Gefühl.
Ich mag seine Bescheidenheit. Aber auch die unbändige Freude, noch einmal zurückzukommen und es allen zu zeigen, hat mich gepackt und begeistert. Und dieser Eindruck hält sich. Er unterstützt die jungen Spieler, er integriert sich gut und ist eine super tolle Persönlichkeit.
Pogba möchte in die Nationalelf zurück. Sie haben in Frankfurt mit Amin Younes schon einmal einen Spieler fast aus dem Nichts zurück in die DFB-Elf geführt.
Das ist ein Beispiel, dass solche Ideen klappen können. Paul will ja auch seinen Kindern, die ihn noch nie bewusst spielen gesehen haben, zeigen, was für ein guter Fußballer er ist. Dieses Emotionale, Familiäre zeigt den Antrieb.
Und die Idee mit den anderen Neuen?
Bei Eric Dier hat man im Nachgang ja mitbekommen, wie positiv er bei den Bayern gesehen wurde. Er zeigt sich auch hier als absoluter Top-Profi. Er kann uns mit seiner Erfahrung helfen. Lukas Hradecky haben wir geholt, weil er ein Leader ist. Er hat mit Frankfurt den Pokal gewonnen, mit Leverkusen das Double und über 100 Länderspiele mit Finnland. Für Ansu Fati war die Last, die er in Barcelona getragen hat, keine einfache. Aber man sieht schon, dass er ein richtig guter Spieler ist.
Welche Chancen hat der deutsche U17-Weltmeister Paris Brunner bei Ihnen?
Er hat in den Testspielen immer wieder gespielt, in Bielefeld ein schönes Tor gemacht. Ich gehe davon aus, dass er bei uns einige Minuten sammeln wird. Wir spielen in drei Wettbewerben. Wir müssen ihn so führen, dass er seine bestmögliche Leistung zeigen kann.
Sie haben noch zwei Jahre Vertrag in Monaco. Ab wann ist Ihre Zeit im Fürstentum vollkommen?
Gute Frage. Wenn wir es jedes Jahr in die Champions League schaffen würden, wäre es eine herausragende Periode. Das ist alles andere als einfach in dieser starken Liga. Mit einem Titel wäre sie vollkommen.
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