Im Sport1-Doppelpass geriet der ehemalige Nationalspieler regelrecht ins Schwärmen. „Herausragend. Es zeugt von Stärke, von Reife, aber auch von extremer Mentalität und einer Klarheit im Kopf“, so Khedira über Goretzkas Auftritt. Besonders beeindruckt zeigte er sich von dessen Weg zurück in die Mannschaft: „Öffentlich hat er komplett die Schnauze gehalten. Intern hat er, was man so hört, gearbeitet wie ein Verrückter, in der Mannschaft ist er hochangesehen.“
Tatsächlich galt Goretzka im vergangenen Jahr bei den Bayern bereits als Auslaufmodell. Trainerwechsel, Konkurrenzkampf, Spekulationen um einen Abgang – der 1,89-Meter-Mann wirkte abgeschrieben. Doch statt zu resignieren, ackerte er sich zurück. „Das ist völlig normal in diesem Sport“, ordnete Khedira die zwischenzeitliche Degradierung ein. Weniger normal sei jedoch, „so ruhig zu bleiben und so überzeugt von seinen Qualitäten zu bleiben“.
Sami Khedira (38) im April in München
Sein Einsatz im Supercup war dann ein Statement: mit tiefen Läufen, Präsenz in den Zweikämpfen und einer klaren Körpersprache. Genau die Attribute, die ihn schon 2020 beim Champions-League-Triumph zu einem Schlüsselfaktor machten. „Er ist eine Maschine, großen Respekt an Leon“, beendete der ehemalige Real-Spieler seine Lobeshymne.
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Für Goretzka selbst beginnt nun eine richtungsweisende Saison. Sein Vertrag in München läuft noch bis 2026, doch die Bayern sollen im Sommer vergeblich versucht haben, ihn auf die Verkaufsliste zu setzen. Stattdessen hat er mit seinem Supercup-Auftritt gezeigt, dass er sportlich noch längst nicht abgeschrieben ist – weder im Klub noch beim DFB. „Durch sein Verhalten hat er auch ein Signal an den Bundestrainer Julian Nagelsmann geschickt“, so der Weltmeister von 2014.
Für Goretzka, der einst aus Bochum über Schalke in die Bundesliga-Elite aufstieg, ist es die vielleicht letzte große Chance, sich wieder dauerhaft in München festzuspielen.


