Der Protest des MBC gegen die Niederlage wurde wegen Formfehlern abgeschmettert. Der Spielleiter der Easycredit BBL, Dirk Horstmann (Kamen), wies den Antrag des MBC als „unzulässig“ ab. Weißenfels wollte das Spiel mit 88:87 für sich gewertet sehen, doch die offizielle Wertung bleibt bei 90:88 für München.
Der Grund? Laut Horstmann habe weder der Kapitän, noch der Trainer oder der Assistenztrainer des MBCs vor der Unterschrift des Spielberichtsbogens (SBB) einen Protest angemeldet. Auch die notwendige Unterschrift des Kapitäns im Protestfall fehlte auf dem Originaldokument.
Die Spielleitung erklärt: „Da der Protest unzulässig ist, wird er gemäß § 9 Absatz 2 der Verfahrens- und Schiedsgerichtsordnung verworfen.“ Eine inhaltliche Prüfung des Falls fand nicht statt.
Basketball: MBC-Einspruch gegen Bayern-Sieg abgeschmettert
Interessantes Detail: Der Spielberichtsbogen wurde nur sieben Minuten nach Spielende unterzeichnet. Der MBC hatte kaum Zeit, um seinen Protest fristgerecht einzureichen. Ein schriftlicher Protest am Folgetag war zu spät.
Dagegen wüten die Weißenfelser auf ihrer Website. In einem Statement heißt es: „Das Spiel endete um 16:59 Uhr. Die Schiedsrichter verließen das Spielfeld umgehend, ohne nochmals mit den Beteiligten in Kontakt zu kommen, entsprechende Nachfragen durch den Syntainics MBC zur Entscheidungsfindung waren nicht mehr möglich. Um 17:06 Uhr suchte geschäftsführender Gesellschafter Martin Geissler den Kontakt mit Kommissar Horst Weichert und teilte diesem offiziell mit, dass der Syntainics MBC gegen das Spielergebnis und die Entscheidung der Schiedsrichter beim Videobeweis Protest einlegen möchte. Kapitän Charles Callison war zu diesem Zeitpunkt ebenso in der Halle anwesend und hätte die Anmeldung des Protestes unterzeichnen können.“
Zudem habe es eine Fehlinformation seitens des Kommissars gegeben, der behauptet haben soll, dass eine Unterschrift des Kapitäns nicht nötig gewesen sein soll.
Schwacher „Trost“ für den Pokalsieger: Selbst ein fristgerechter Protest hätte keinen Erfolg gehabt. Die Entscheidung der Schiedsrichterin Anne Panther, dass der entscheidende Dreier von Shabazz Napier noch in der Zeit war, wäre laut Spielleitung als eine Tatsachenentscheidung und somit unanfechtbar gewertet worden.
„Das ist ein Fehler!“: Darf dieser Wurf zum Bayern-Sieg überhaupt zählen?
Der MBC verzichtet auf eine Berufung. Stattdessen richtet sich der Fokus auf die letzten drei Hauptrundenspiele. Die „Wölfe“ wollen die erste Endrundenteilnahme seit 24 Jahren schaffen.
Am Samstag (20 Uhr/live bei Dyn/Anzeige) geht’s in Weißenfels gegen die Veolia Towers Hamburg.


