Mit einem grünen Wunder und einem bärenstarken Keeper bezwingen die Füchse Berlin im Top-Spiel den THW Kiel 32:29 (16:14). Nur 43 Stunden nach dem Sieg in der Champions League gegen Sporting (38:37) holt der Deutsche Meister den zweiten Big-Point der Woche.

Vor 9000 (ausverkauft) „grünen“ Fans in der Max-Schmeling-Halle, alle bekamen vom Füchse-Hauptsponsor ein grünes Trikot spendiert, feiern die Füchse ihre Rückkehr ins Titelgeschäft.

Sieht man ganz selten im Handball: Rudel-Bildung nach krassem Foul an Kiel-Star

Quelle: DYN

Die erste Hälfte gehört den Füchsen: Kiel kann nur einmal führen (2:1/3.), ansonsten drücken die Express-Berliner mächtig auf die Tube, bieten Highspeed-Handball vom Feinsten. Nach 17 Minuten die erste 3-Tore-Führung, nach 22 Minuten sind es schon sechs Tore Vorsprung für die Füchse (14:8).

Überragend in dieser Phase im Tor Dejan Milosavljev (28/insgesamt 18 Paraden). Von Kiels Spielmacher Elias Skipagøtu (23) ist in den ersten 20 Minuten noch nicht viel zu sehen (erstes Tor nach 18 Minuten). Er fällt bisher nur mit Meckern und einem Privat-Duell gegen Welthandballer Mathias Gidsel (26) auf, ständig geraten die beiden aneinander.

18 Glanz-Paraden gegen Kiel: Füchse-Keeper Milosavljev hält Sieg fest

Droht schon wieder eine Pleite für den THW? Viereinhalb Jahre konnten die Kieler in Berlin nicht gewinnen. Doch nach 25 Minuten merkt man der Mannschaft von Nicolej Krickau (39) plötzlich die mentale Müdigkeit an. Viel Hektik, viele technische Fehler sorgen dafür, dass Kiel im Spiel bleibt.

Dazu diese eine entscheidende Szene: Kiel-Keeper Andi Wolff (33) wechselt sich frustriert nach dem 12:8 (20.) selbst aus. Und sein spanischer Kollege, Rückkehrer Gonzalo Pérez de Vargas (34), kauft den Füchse-Schützen gleich mal den Schneid ab. Zweimal Gidsel, Lasse Andersson (31) und Hakun West av Teigum (23) scheitern am Rückkehrer, Pérez de Vargas fehlte 9 Monate mit Kreuzbandriss. Die Füchse retten ein 16:14 in die Halbzeitpause.

Foto: BILD

Das Spiel bleibt bis zum Abpfiff ein Krimi. Doch wann geht den dezimierten Füchsen die Puste aus? Ohne die Dauerverletzten Wiede, Lichtlein, Prantner und Herburger braucht der Kader dringend Verstärkung.

Am Rande des Spiels wird bekannt, dass die Berliner an Linkshänder und Rückraumspieler Nejc Cehte (33) dran sind. Der Slowene spielt noch bei Pelister, war aber auch schon in Hannover und bei Krickau in GOG aktiv. Krickau wollte das Interesse noch nicht bestätigen.

Die Füchse sehen beim 27:22 (42.) schon wie die Sieger aus, doch dann wird es bei den Berlinern vogelwild, auch weil Kiels Skipagøtu plötzlich mit jedem Wurf besser wird. Der kleine Spielmacher reißt das komplette Kieler Spiel an sich – nagelt den Füchsen insgesamt 12 Tore ein. Bei Berlin schwächelt dagegen Weltstar Gidsel im Torabschluss, er trifft nur 8 von 13 Versuchen. Der Superstar ist platt und kriegt aus dem Rückraum kaum Unterstützung.

Beim 27:27 (53.) ist alles wieder offen. Doch die Schlussphase gehört wieder den Füchsen. Der beste Werfer der Berliner, Tim Freihöfer (23/10 Tore), macht den Deckel drauf, nagelt den Siebenmeter zum Sieg ein – 32:29.

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