2026 wartet noch verdammt viel Arbeit auf die Veolia Towers Hamburg, wenn sie den Abstieg aus der Easycredit Basketball Bundesliga noch verhindern wollen.
Nach zwei Siegen in Serie verloren die wankenden Türme das Kellerderby gegen die ebenfalls kriselnden EWE Baskets Oldenburg mit 69:94 (34:40) und stehen zum Jahreswechsel wieder auf einem Abstiegsplatz. Die „Donnervögel“ hingegen sind weiter im Steigflug, holen unter ihrem neuen Trainer Lazar Spasic (33) nun ihrerseits den zweiten überzeugenden Sieg im dritten Spiel.
Zwei Klubs – zwei unterschiedliche Krisen-Konzepte: Die Towers hielten trotz einer katastrophalen Serie mit 24 (!) Pleiten an Trainer Benka Barloschky (37) fest und bauten ihre Mannschaft um – in Oldenburg feuerte man Meister-Coach Predrag Krunic (58) und beförderte seinen Assi Spasic zum Chef. Beide Maßnahmen beginnen zu greifen – doch die Oldenburger haben mehr Qualität im Kader.
„Wir haben heute einfach gegen einen besseren Gegner verloren“, erkannte Towers-Trainer Barloschky fair an. Betonte aber: „Es war ein Schritt weiter auf unserem Weg. Ich gucke gar nicht auf die Tabellen-Konstellation. Alle, die sich mit Basketball auskennen, haben gesehen, was da heute für eine Mannschaft gegen uns stand. Die haben schon wahnsinnig Qualität.“
Für die Oldenburger ist Hamburg die zweitkürzeste Auswärts-Tour der Saison. Darum reisten sie die 160 Kilometer mit rund 250 Fans erst am Spieltag an. Doch das ging beinahe schief: Der Mannschaftsbus rollte erst 74 Minuten vor dem ersten Sprungball an der ausverkauften Arena im Inselpark (3400 Fans) vor …
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Dennoch erwischten die „Donnervögel“ den besseren Start, lagen schnell mit 17:6 (6.) vorn. Weil die Towers noch überhaupt keine Struktur in ihrem Spiel hatten, nahm Barloschky seine erste Auszeit. Und wechselte Aufbau-Wusel Ross Williams (25) ein. Mit der nur 1,75 Meter „großen“ Nachverpflichtung starteten die Hamburger eine Aufholjagd. Ihr Topscorer machte 8 Punkte in vier Minuten – 17:20! Am Ende waren es 17 Punkte.
Im zweiten Viertel übernahmen die Towers sogar zum ersten Mal die Führung (24:22/13.). Doch das war das Startsignal für den nächsten Lauf der Oldenburger. Die Dank besserer Wurfquoten und leichter Überlegenheit bei den Rebounds zur Pause mit sechs Punkten vorne lagen.
Mit dem nächsten Lauf setzten sich die Oldenburger nach der Halbzeit auf 51:41 ab (24.) – der entscheidende Push! Die Towers haderten mit Schiedsrichter-Entscheidungen und vergaßen darüber zeitweise das Verteidigen. Von Minute zu Minute wurde es hitziger. Die Gäste warfen sich heißer und heißer, steigerten ihre Dreier-Quote im dritten Viertel auf bis zu 48 Prozent!
Im Schlussviertel bauten die Oldenburger ihren Vorsprung kontinuierlich weiter aus. Bester Werfer war der aufblühende Nico Tischler (25) mit 20 Punkten. James Woodard (31) verwandelte gegen sein Ex-Team vier, von vier Dreiern! „Auswärtssiege sind schön“, feierten die Oldenburger Anhänger.
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Das Hauptproblem der Hamburger: „Wir haben in der zweiten Halbzeit ganz viel Handball gespielt, um die Dreierlinie herum. Und das geht selten gut“, analysierte Barloschky auf Dyn.
„Heute war es eine Frage, wer sich körperlich durchsetzt“, sagte Williams. „Sie waren bei jedem Screen physisch, und die Schiedsrichter können nicht alles pfeifen. Wir haben einfach einen schlechten Job gemacht, darauf als Team zu reagieren. Unsere Kommunikation muss besser werden. Heute war so ein Tag, an dem nicht alle auf demselben Stand waren. Aber im Basketball geht es immer auf und ab, so viele Dinge verändern sich. Das Gute ist: Wir sind mitten in der Saison und es war nicht das letzte Spiel.“
Für Oldenburg steht zum Jahres-Ausklang am Montag das Derby bei Rasta Vechta an (20 Uhr, Dyn). Die Towers müssen im letzten Spiel des Jahres am 30. Dezember im EuroCup beim türkischen Erstligisten Bahcesehir College in Istanbul ran (17 Uhr, Magenta Sport).
Barloschky: „Wir sind diese Saison schon durch viele Täler gegangen und haben einiges erlebt. Das Wichtigste ist jetzt, weiter in den Spiegel zu gucken, ehrlich mit sich selber und der Mannschaft zu sein und nicht auf das Ergebnis zu schauen.“


