Die Begriffe Zidane und Fußball-WM wecken bei Millionen von Fans unzählige Erinnerungen. Der Weltmeistertitel mit Frankreich 1998, der Kopfstoß im Finale 2006 gegen Italien, unzählige Spiele auf höchstem Niveau. All das verbindet man mit Zinedine Zidane. Doch bei dieser WM sorgt ein anderer Zidane für Aufmerksamkeit. Und trifft heute Nacht (3 Uhr/MagentaTV) ausgerechnet auf Lionel Messi.
Luca Zidane (7 Länderspiele) steht heute Nacht im Algerien-Aufgebot, wenn die Mannschaft gegen Argentinien antreten muss. Der 28-Jährige ist einer von vier Söhnen von Papa Zinedine. Im Gegensatz zu seinem Vater verzaubert er nicht mit spielerischen Fähigkeiten für Frankreich, sondern steht für Algerien zwischen den Pfosten.
Luca Zidane (28) beim Algerien-Test gegen Holland
Hintergrund: Letztes Jahr verkündete Luca seine Entscheidung, künftig für Algerien auflaufen zu wollen. Seine Großeltern – Zinedines Eltern – wanderten einst von dort nach Marseille aus. Vor Turnierstart erklärte er Torwart gegenüber „Bein Sports“: „Wenn ich an Algerien denke, denke ich sofort an meinen Großvater.“ Und: „Ich habe mit ihm darüber gesprochen, bevor ich mich für die Nationalmannschaft entschieden habe. Er war total begeistert.“ Nach jeder Nominierung rufe der mittlerweile 90 Jahre alte Smail Zidane ihn an „und sagt mir, dass ich eine gute Entscheidung getroffen habe“.
WM 2026: Lionel Messi trifft auf Zidane
Dabei weiß er um die Last, die sein Nachname mit sich bringt. Nicht zuletzt deshalb hat er immer wieder betont, seinen eigenen Weg gehen zu wollen. Bei dieser WM wird auf seinem Rücken der Name Luca stehen – eine eindeutige Botschaft. Er will allein nach seinen sportlichen Leistungen beurteilt werden.
Das wird immer dann erschwert, wenn sich der Papa höchstpersönlich bei seinen Spielen zeigt. So wie beim Afrika-Cup in Marokko Anfang des Jahres, als Zidane auf der Tribüne saß und die Fans sofort Gesänge für ihn anstimmten. Nach der Partie reagierte Algerien-Trainer Vladimir Petkovic genervt auf die Fragen zum Besuch des Superstars: „Sie sprechen über die Anwesenheit eines der Väter meiner Spieler. Die Eltern anderer Spieler waren auch da. Das ist alles.“ Teamkollege Riyad Mahrez versuchte ebenfalls zu helfen: „Er ist so normal wie wir alle, er ist glücklich bei uns.“
Wenn sein Sohn spielt, ist er oftmals nicht weit weg: Zinedine Zidane (53) beim Afrika-Cup 2025 auf der Tribüne bei einem Spiel von Algerien
Beinahe wäre der WM-Plan von Luca nicht aufgegangen. Ende April erlitt er in einem Zweitligaspiel einen Kiefer- und Kinnbruch. Weltmeisterschafts-Teilnahme und Stammplatz gerieten in Gefahr. Mittlerweile ist er vollständig genesen und trug in den letzten Spielen eine Schutzmaske. Beim 3:0-Sieg im WM-Test gegen die Niederlande zeigte er eine starke Leistung. So steht einem Duell zwischen Zidane und Messi heute Nacht (hier im SPORTBILD.de-Liveticker) also nichts mehr im Weg.

