Dass es einige Regeländerungen bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko geben wird, war schon seit längerer Zeit klar. Der Weltverband Fifa möchte härter gegen Zeitspiel vorgehen, doch aufgrund zweier Skandale der jüngeren Vergangenheit werden nun auch die Regularien für Rote Karten angepasst.
Künftig sollen Spieler, die ihren Mund mit der Hand oder dem Trikot bedecken, die Rote Karte erhalten. Dies gab Pierluigi Collina (66), Chef der Fifa-Schiedsrichterkommission, bei einer Informationsrunde für internationale Medienvertreter bekannt. Er betonte aber auch: „Nur wenn es eine konfrontative Konversation ist. Wenn es freundschaftlich ist, weil beide Spieler beispielsweise im selben Verein spielen und mit ihren Nationalmannschaften aufeinandertreffen, wird nicht eingegriffen.“
Hintergrund dafür war die Szene während des Champions-League-Spiels zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid. Benfica-Spieler Gianluca Prestianni (20) zog dabei sein Trikot über den Mund und beleidigte Real-Star Vinicius Jr. (25) mutmaßlich rassistisch. Obwohl nicht endgültig geklärt wurde, was der Argentinier sagte, wurde er Mitte April von der Uefa für sechs Spiele gesperrt.
In dieser Szene beleidigte Gianluca Prestianni (r./20) Vinicius Jr. (l./25) mutmaßlich rassistisch
Afrika-Cup: Skandal-Finale als Auslöser
Die zweite Kontroverse aus diesem Jahr, die die Fifa künftig mit einer Roten Karte bestrafen wird, ist das Verlassen des Platzes aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung. Auch für Beteiligte des Trainerstamms, die ihre Spieler dazu auffordern, soll dasselbe gelten. Dieser Regeländerung ist das kontroverse Finale des Afrika-Cups zwischen Senegal und Marokko vorausgegangen. Kurz vor Schluss der regulären Spielzeit verließ die Mannschaft des Senegals, aufgrund einer umstrittenen Entscheidung des Unparteiischen, nahezu geschlossen das Feld und weigerte sich, weiterzuspielen. Sie gewannen in der Verlängerung die Partie, jedoch wurde ihnen der Titel rund zwei Monate später aberkannt.

