Kanada feiert gegen Katar eine Tor-Party, gewinnt locker 6:0. Doch das Ergebnis rückt schnell in den Hintergrund. Denn eine Schock-Szene überschattet den Erfolg des WM-Gastgebers.
52. Minute: Katars Assim Madibo foult Ismaël Koné von hinten. Sofort eilen Betreuer und Ärzte auf den Rasen. Mitspieler bilden einen Kreis um den Verletzten, schirmen so die Behandlung vor Kameras und Fans ab.
Kurz nach Horror-Verletzung: Gänsehaut-Jubel nach Schock-Szene
Koné wird dann auf einer Trage aus dem Stadion gefahren. Riesen-Applaus im Stadion. Mitspieler und Gegner sind entsetzt. Assim Madibo, der Rot kriegt, fasst sich geschockt an den Kopf. Er wird vom Kanadier Buchanan getröstet. Der Katarer rennt dann noch zum Verletzten, der ihm sofort signalisiert: „Alles okay, du hast keine Schuld.“
Der schwer verletzte Ismaël Koné winkt ins Publikum
Das ist noch im Spiel passiert:
16. Minute: Das 1:0 für Kanada! Alistair Johnston bringt eine starke Flanke von rechts in den Rückraum. Richie Laryea knallt das Ding aus zwölf Metern drauf. Den Knaller-Schuss kann Torwart Mahmoud Abunada nur nach vorn abprallen lassen, wo Cyle Larin steht und nur noch einschieben muss. Dabei stürzt der Torschütze über den Torhüter, der danach kurz liegen bleibt, aber weiterspielen kann.
29. Minute: 2:0 für Kanada! Jonathan David mit einem tollen Volleyschuss aus elf Metern – vor den Augen von Fifa-Präsident Gianni Infantino. Der Stürmer von Juventus Turin stand zuletzt stark in der Kritik, weil er seit zehn Länderspielen nicht mehr getroffen hat. Jetzt ist Ruhe!
32. Minute: VAR-Wirbel! Nach Foul von Homam Al-Amin an Tajon Buchanan denken alle, es gibt Elfmeter. Gibt es aber nicht! Der Video-Schiri greift ein. Weil das Foul wenige Zentimeter vor der Strafraumgrenze beginnt, wird „nur“ auf Freistoß entschieden. Zudem gibt es die Rote Karte für den Katarer, weil er eine klare Torchance verhindert. Der Platzverweis ist übrigens schon der fünfte bei dieser WM. Bei den Turnieren 2018 und 2022 gab es insgesamt nur vier.
Kanada-Trainer Jesse Marsch feiert Elfmeter mit Jubel-Säge
Besonders bemerkenswert: Beim Pfiff packt der amerikanische Kanada-Coach Jesse Marsch eine total verrückte Aktion aus – und hört gar nicht mehr auf! Es ist eine Mischung aus Jubelsäge und der Handgeste, wie ein DJ am Mischpult, der Schallplatten scratcht – nur hundertmal schneller…
Kanada-Trainer Jesse Marsch jubelt an der Seitenlinie
45. Minute + 3: Der Ball fliegt ins Netz, Jonathan David jubelt. Der VAR prüft die Szene, ob Cyle Larin seinen Gegenspieler vorher geschubst hat. Hat er – aber scheinbar nicht stark genug. Das Tor zählt! 3:0!
64. Minute: Das 4:0! Nathan-Dylan Saliba vollstreckt und formt danach mit den Fingern eine Acht – einen Gruß an den schwer verletzten Koné, der die Rückennummer acht trägt. Dann rennt er zur Seitenlinie und hält ein Koné-Trikot hoch.
75. Minute: 5:0! Ein Eigentor! Mohamed Al-Mannai befördert einen Schuss von Jacob Shaffelburg ins eigene Netz.
90. Minute + 2: Das 6:0 in der Nachspielzeit. Jonathan David macht seinen dritten Treffer aus sechs Metern.
Bayern-Star Alphonso Davies ist nach seiner Verletzung zurück, wird aber geschont und bleibt auf der Bank. Nicht weit entfernt sitzt dort ein weiteres bekanntes Gesicht aus der Bundesliga: Co-Trainer Paul Stalteri (mittlerweile mit ergrautem Haar) holte 2004 das Double mit Werder Bremen.

