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Bis kurz vor Ende der EM im Januar und Februar gönnte sich der Klub-Handball eine Verschnaufpause. Die beendete der VfL Gummersbach mit einem ordentlichen Knall: Spanien-Superstar Alex Dujshebaev (33) wechselt von Polens Vorzeige-Klub Kielce zum VfL, verkündete der Altmeister. Ein Wechsel mit Signalwirkung. Für die Daikin Handball-Bundesliga, weil der nächste internationale Topstar kommt. Aber offenbar auch für alle Spitzenvereine: Denn plötzlich herrscht Transfer-Alarm in der HBL! Das Wettrüsten ist in vollem Gange.

Foto: Dyn

Mittendrin ist auch der THW Kiel. Der Rekordmeister läuft Gefahr, zum dritten Mal in Folge die Champions League zu verpassen, baut deshalb weiter seinen Kader um. Zur kommenden Saison stehen für den Rückraum mit Julian Köster (26/Gummersbach) und Domen Makuc (25/Barcelona) schon zwei Hochkaräter fest, auf Linksaußen kommt Vincent Büchner (27/Eisenach). Dazu wurde für 2027 der Wechsel von National-Kreisläufer Justus Fischer (23/Hannover) eingetütet. Kiel-Geschäftsführer Viktor Szilágyi (47) sagt: „Die Transferaktivitäten in der HBL haben uns ehrlicherweise nicht unter Druck gesetzt. Wir haben uns den Druck selbst gemacht. Wir sind aktuell in einem Transformationsprozess und haben erkannt, dass wir etwas tun müssen.“

Transfer-Report Handball-Bundesliga: Das ist der Stand bei Kiel, Flensburg, Magdeburg und Co.

Trotzdem nimmt er den Transfer-Alarm in der HBL durchaus wahr: „Die prominenten Transferaktivitäten in der Liga sind auffällig. Immer mehr Spieler kriegen wieder Lust, sich dem Wettkampf in der Bundesliga mit ihren tollen Arenen und dem riesigen Zuschauerzuspruch zu stellen. Es finden so viele Turniere in Deutschland statt, was natürlich nach außen strahlt. Die HBL gewinnt weiterhin an Attraktivität.“ Das zeigt sich daran, dass wieder verstärkt große Stars aus anderen Ligen nach Deutschland wechseln. Neben Alex Dujshebaev kommt auch sein Bruder Dani (28) in die HBL, er verstärkt die MT Melsungen. Barça-Megastar Dika Mem (28) geht 2027 zu den Füchsen Berlin, die schwedische Torwart-Legende Andreas Palicka (39) ist seit Winter in Wetzlar, landet im Sommer ebenfalls in Berlin.

Trotzdem hat Bob Hanning (58) bei den Füchsen noch offene Baustellen. Lasse Andersson (32) kehrt in seine dänische Heimat zurück, deshalb soll Landsmann Simon Pytlick (25) schon 2026 aus Flensburg kommen. Der Ablöse-Poker läuft, bis zu 1,5 Millionen Euro stehen im Raum. Sollte es nicht klappen, hat Hanning offenbar schon einen weiteren Star an der Angel: „Wir haben schon eine zweite Lösung, einen Plan B. Da Matthes Langhoff, trotz toller Leistungen auch gerade in der Nationalmannschaft, das nicht alleine stemmen kann und soll, werden wir noch einen Spieler für den linken Rückraum mit hohem Niveau verpflichten.“

Kiel-Geschäftsführer Viktor Szilágyi (47) stellt die Zebras für die Zukunft neu auf

Kiel-Geschäftsführer Viktor Szilágyi (47) stellt die Zebras für die Zukunft neu auf

Foto: picture alliance/Eibner-Pressefoto

Flensburg seinerseits pokert nicht nur um Pytlick, sondern auch um Renars Uscins (23). Deutschlands Handballer des Jahres 2024 soll mit der SG einig sein, aber auch Gummersbach, Melsungen und Vereine im Ausland sind interessiert. Weitgehend Ruhe herrscht dagegen beim Titel‑Favoriten. Der SC Magdeburg vertraut auf seinen aktuellen Kader, schließt aufkommende Baustellen sofort. Bestes Beispiel: Für Torwart Sergey Hernández (30), der nach Barcelona geht, wurde mit Dominik Kuzmanovic (23) mal eben für rund 500 000 Euro der Nachfolger aus Gummersbach geholt. Ein Fragezeichen steht noch hinter Kapitän und Abwehrstratege Christian O’Sullivan (34), dessen Vertrag ausläuft. Ein möglicher Ersatz ist mit Rückkehrer Antonio Serradilla (27/Stuttgart) aber auch hier schon verpflichtet.

Klar ist: Die Aktivität auf dem HBL-Transfermarkt nimmt Jahr für Jahr zu. Kiel-Boss Szilagyi erklärt: „Vor zehn bis fünfzehn Jahren gab es nur wenige Klubs in der Bundesliga, die große Arenen zur Verfügung hatten und diese auch füllen konnten. Jetzt sind es deutlich mehr, was allein schon für mehr Budget bei diesen Klubs sorgt. Früher waren wir fast die Einzigen.“ Trotzdem sieht er seinen THW gewappnet: „Rückraum rechts ist bei uns noch die einzige Position mit Fragezeichen. Fakt ist unter dem Strich, dass wir in der kommenden Saison einen Kader beisammen haben, mit dem wir Optimismus ausstrahlen können.“

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