Top-Spiel in der Easycredit Basketball-Bundesliga! Meister Bayern gegen Vize-Meister Ulm. Und der Tabellenführer verklatscht sensationell gegen den Siebten mit 62:79. Ein Faktor: Coach Svetislav Pešić verzichtet mit Welt- und Europameister Andreas Obst auf seinen besten Spieler – und kassiert prompt die erste Pleite in der BBL seit seiner Rückkehr nach München.
In Ulm kriselt es: Zuletzt drei BBL-Niederlagen aus den letzten vier Spielen und das gegen vermeintlich schwächere Teams wie Heidelberg, Hamburg und Trier, was für einen PK-Ausraster von Coach Ty Harrelson sorgte. Dazu die deftige Eurocup-Pleite in Bourg-en-Bresse (66:97). Pešić verzichtet auf Vladimir Lucic (36). Der Routinier wird geschont, weil in der Euroleague ein Doppelspieltag ansteht. Doch dass Pešić auch Andi Obst draußen lässt, überrascht. Der Dreierschütze sitzt nicht mal auf der Bank. „Manchmal braucht der Mann auch ein bisschen Pause“, vermutet Dyn-Kommentator Florian Pertsch.

Ohne Obst (M.) nichts los: Bayern-Coach Pešić verzichtete auf seinen besten Dreierschützen
Doch ohne Obst läuft es nicht. Schon nach drei Minuten die erste Auszeit von Pešić – und der lässt das Taktikbrett fliegen. Er hebt es aber nicht auf. Das darf Co-Trainer Daniel Herbert, Sohn von Pešić-Vorgänger Gordon Herbert. Ulm phasenweise mit acht Punkten (19:27/ 13.) vorn. Zur Halbzeit sind es noch vier (37:41). Doch 37 Zähler in der gesamten ersten Hälfte ist schon sehr untypisch für den Meister. Klar, es fehlen die Obst-Dreier.
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Dyn-Kommentator C-Bas: „Es fehlen Ideen in der Offensive, gute Abschlüsse. Sie kommen nicht ins Laufen.“ Und Florian Pertsch ergänzt: „Mit Andy Obst ist der Dreh- und Angelpunkt in der Offensive nicht dabei.“ Als Ulms Justin Simon auf 67:59 erhöht, nimmt Pešić die nächste Auszeit – die wieder verpufft. Die Gäste ziehen drei Minuten vor Schluss auf 15 Punkte davon (74:59). „Ein Königreich für einen Andi Obst“, sagt Pertsch über den Dreierschützen. „Und selbst wenn er heute nicht gespielt hat, macht ihn dieses Spiel noch teurer.“ Der Vertrag des deutschen Nationalspielers läuft bei den Bayern aus. Am Ende kommt vom Meister nichts mehr. Bezeichnend die Dreierquote: Nur drei von 23 Würfen finden ihr Ziel, das sind gerade mal 13 Prozent.
Ulms Tobias Jensen danach am Dyn-Mikro: „Unser Sieg ist eine klare Aussage. Die Offensiv-Leistung war unsere beste in der gesamten Saison.“ Bayerns Oscar da Silva selbstkritisch: „Offensiv ist uns wenig gelungen. Andi ist ein Schlüsselspieler für uns. Aber wir haben einen Kader mit genug Qualität, um so ein Spiel zu gewinnen.“ Doch nicht gegen Ulm. Und so verliert der Meister erstmals im BMW Park und das nach zuletzt 13 BBL-Siegen in Folge. Die letzte Pleite stammt aus dem Oktober 2025 (61:67 in Berlin). Damals war Gordon Herbert noch Cheftrainer der Bayern, für Pešić ist die Pleite gegen Ulm die erste in der BBL in dieser Saison. Top-Scorer: Justinian Jessup (Bayern/14 Punkte), Chris Ledlum (Ulm/16 Punkte).

