Nach Taylors Sieg wollte ein Reporter aus Puerto Rico über die Darstellung von Frauen im Box-Sport sprechen. Seine Frage an Box-Promoter und YouTube-Star Jake Paul und Nakisa Bidarian, Mitbegründer der Veranstalteragentur „Most Valuable Promotions“ (MVP): Ob es ein Problem sei, in einem rein weiblich besetzten Box-Abend leichtbekleidete Ring-Girls einzusetzen und ob dies zur Sexualisierung beitrage.
Die Szene wurde schnell unangenehm. Bidarian fragte den Reporter: „Willst du Ring-Boys?“
Der Journalist antwortete: „Ein paar Leute haben gesagt: warum eigentlich nicht – Jungs oder andere?“ Jake Paul verlor bei dem Thema sofort die Geduld: „Bro, bro. Bitte halt einfach die … hör auf. Hör einfach auf zu reden“, sagte er sichtlich genervt.
Bidarian legte nochmals nach und sagte: „Wenn jemand eine Bewerbung als Ring-Boy bei MVP schicken will – gebt sie dem jungen Mann dort.“
Die total unangenehme Diskussion überschattete einen erneut engen und hochklassigen Kampf zwischen zwei der weltbesten Boxerinnen. Taylor verteidigte erfolgreich ihre vier Weltmeistertitel (WBA, WBO, WBC, IBF) im Super-Leichtgewicht.
Laufschönheit am Limit: So schnell war Alica noch nie!
Es war das Finale einer intensiven Trilogie:
- Kampf 1 (April 2022, ebenfalls im Madison Square Garden): Taylor gewinnt per geteilter Punktentscheidung.
- Kampf 2 (November 2024, Co-Main Event von Paul vs. Tyson): Taylor siegt umstritten, aber einstimmig nach Punkten.
- Kampf 3 (in der Nacht zu Samstag): Mehrheitlicher Punktsieg, eine Wertung unentschieden, zwei Richter für Taylor.
Nach Verkündung des Ergebnisses ließ Taylor einen lauten Jubelschrei los – der letzte Akt eines epischen Dreikampfs. Der Disput um die Ring-Girls wirkte dabei wie ein Nebenschauplatz, der so gar nicht zur Größe des Moments passte.

