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Oh je, Tottenham. Die Spurs müssen um den Klassenerhalt kämpfen. Ein noch vor wenigen Monaten kaum denkbarer Satz. Doch das ist die Realität. Geradezu schlafwandlerisch ist einer der reichsten Klubs der Welt in die schlimmste Krise der modernen Vereinsgeschichte geschlittert. Es droht der erste Abstieg seit 48 Jahren.

Der London-Klub steht nach 28 Spielen auf Rang 16 der Premier League. Vier Punkte stehen zwischen den Spurs und den Abstiegsrängen. Der Abgrund rückt in gefährliche Nähe. Und genau in dieser wichtigen Phase scheint Tottenham schlichtweg das Gewinnen verlernt zu haben. Seit dem 28. Dezember 2025 haben sie keines der zehn Ligaspiele mehr für sich entscheiden können. Schon jetzt ist diese Krise damit historisch schlecht: Zuletzt blieb man 1994 so lange sieglos.

Sinnbild für Tottenhams Ratlosigkeit: Abwehrmann Micky van de Ven (24)

Foto: Action Images via Reuters

Tottenham Hotspur: So hausgemacht sind die Probleme

Seit der letzten echten Erfolgsphase vor sieben Jahren, als Trainer Mauricio Pochettino (54) Tottenham ins Champions-League-Finale führte, hat man eine fast schon beeindruckende Planlosigkeit an den Tag gelegt. Seit dem Abgang des wohl beliebtesten Coaches der modernen Vereinsgeschichte hatten die Spurs fünf permanente Trainer. Von großen Namen wie Mourinho und Conte bis hin zu einigermaßen unbekannten wie Espírito Santo und Postecoglu war jeder Trainertyp dabei. Eine klare Strategie? Fehlanzeige.

Auch in dieser Saison wirft das Coach-Thema wieder Fragen auf. Warum Ex-Trainer Thomas Frank (52) mit einem kläglichen Punkteschnitt von 1,12 pro Spiel ganze 26 Premier-League-Partien an der Seitenlinie stehen durfte, ist kaum zu erklären. Trotz eines kompletten Mangels an sichtbarer Entwicklung ließ man den Dänen einfach machen, während Tottenham in der Tabelle nach unten durchgereicht wurde. Mitte Februar wurde dann endlich gehandelt, Igor Tudor ersetzte den glücklosen Frank. Der Kroate soll die Spurs jetzt retten, wird nach Saisonende wieder gehen.

Spurs-Coach Igor Tudor (47) musste nach der Fulham-Pleite erstmal kräftig durchpusten

Spurs-Coach Igor Tudor (47) musste nach der Fulham-Pleite erstmal kräftig durchpusten

Foto: Action Images via Reuters

Zwei Spiele und zwei Pleiten stehen seit seiner Einstellung zu Buche – schon jetzt kann Tudor sich kaum noch Zuversicht abringen. „Wir waren nicht gut, uns hat alles gefehlt. Im Angriff und in der Verteidigung. (…) Hier gibt es Probleme, große Probleme“, urteilte der Coach nach der jüngsten Niederlage. Deutlicher geht’s kaum.

Zur Wahrheit gehört auch, dass Tottenham in dieser Saison vehement mit Verletzungen zu kämpfen hat. Aktuell müssen acht Spieler aussetzen, darunter absolute Leistungsträger wie James Maddison (29/Kreuzbandriss) und Dejan Kulusevski (25/Knie-OP). In der modernen Premier League reicht eine gute Startelf eben nicht aus, es braucht einen durchweg guten Kader – und genau dieser ist bei Tottenham nicht breit genug.

Zehn Spiele müssen die Spurs noch durchhalten, um die Klasse zu halten. Diese müssen von Grund auf anders laufen als die letzten zehn – sonst droht Tottenham ein böses Erwachen in der Championship. Unter anderem Liverpool, Aston Villa und Chelsea warten noch; es wird also kein leichter Ritt.

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