Der nächste Schritt in die vermeintlich große Fußballwelt hat sich für sie bisher nicht wirklich gelohnt. Loïs Openda (25) und Xavi Simons (22), die RB Leipzig im Sommer unbedingt verlassen wollten, sind bei ihren neuen Klubs bislang noch kein Faktor. Openda sitzt bei Juventus Turin mehr auf der Bank, als dass er spielt. Und Xavi wartet bei Tottenham noch auf seinen ersten Treffer.

Leipzig hatte sich bewusst entschieden, ohne die beiden unbequemen Stars in die Zukunft zu gehen. Im Sommer wurde der Umbruch angeschoben, der nach internem Plan bis zu drei Transferperioden andauern wird. Die Aufgabe: die Gehaltskosten um 20 Prozent reduzieren, der Mannschaft gleichzeitig eine Frischekur mit jungen Spielern verpassen. Und ihr wieder Mentalität und Siegeswillen einimpfen. Das soll auch dank einiger Vertragskniffe gelingen:

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Quelle: BILD

► Zwei Bonus-Klauseln

Die neuen Verträge enthalten zwei wichtige Änderungen. Beim Verpassen der Champions League gibt es, wie bekannt, 30 Prozent weniger Gehalt. Deutlich leistungsorientierter ist auch die Regelung bei den Punktprämien – denn hier wird die volle Summe nicht mehr sofort ausgezahlt. So gibt es im Schnitt 70 Prozent der Punktprämien sofort, den Rest aber erst am Saisonende – wenn die Champions League erreicht wird. Im Schnitt zahlt RB Leipzig 10 000 Euro pro Punkt.

Mit dem neuen Ansatz sollen Spieler zusätzlich motiviert werden. Ganz anders lief es in der Vergangenheit: So soll der im Sommer 2023 unter Ex-Boss Max Eberl (52) geschlossene Vertrag mit Openda Bonuszahlungen enthalten haben, ohne dass daran eine Bedingung geknüpft war. Das Ergebnis sah man dann vergangene Saison größtenteils auf dem Platz. Eine in Grüppchen zerfallene Mannschaft mit satten Profis, aber ohne Mentalität und Führungsachse.

► Ausstiegsklauseln

Bei der Aufarbeitung der vergangenen Schrott-Saison hat Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer (41) gesagt: „Wir brauchen Spieler, die sich zu 100 Prozent mit diesem Klub identifizieren. Spieler, die dankbar sind, für RB Leipzig zu spielen – und nicht andersherum.“

Dazu passt: Ausstiegsklauseln in den Verträgen sollen künftig die absolute Ausnahme sein. Falls diese doch nicht zu vermeiden sind, hat der Klub vertraglich geregelt nun das letzte Wort. So ist es bei allen im Sommer geholten sieben Neuzugängen, die im Schnitt nur 20 Jahre alt sind und wieder für den typischen RB-Fußball stehen sollen – und denen Jürgen Klopp das Credo „Intensity is our identity“ verpasst hat.

Zwei konkrete Fälle: So hat Yan Diomande (18) keine Klausel in seinem bis 2030 laufenden Vertrag. Johan Bakayoko (22/Vertrag bis 2030) hingegen hat nach SPORT BILD-Informationen eine im Bereich von rund 60 Mio. Euro.

Das Entscheidende aber: Leipzig kann ihm laut Vertrag die Klausel bis Saisonende abkaufen. Der Belgier bekäme als Kompensation eine festgelegte Extra-Zahlung, und RB könnte, falls es Interesse anderer Klubs gibt, einen Wechsel wieder frei verhandeln.

Das gibt Planungssicherheit. Das war früher anders. Wie im Fall von Dominik Szoboszlai (25), der 2023 aus Leipzig nach Liverpool wechselte, waren Klauseln bis spät in den Sommer hinein gültig und wurden für RB zum Bumerang, weil für den Kader eingeplante Spieler dann doch noch kurzfristig weggebrochen sind.

Nun aber sitzt der Klub bei den Verträgen viel entspannter im Fahrersitz, dem „Drivers Seat“, so wie es sich Oliver Mintzlaff (50) immer gewünscht hat. Der Red-Bull-Boss und Leipziger Aufsichtsratschef hat im Sommer viele kluge Entscheidungen getroffen – gemeinsam mit dem Team vor Ort in Leipzig. Deshalb nimmt Leipzig wieder Fahrt auf Richtung Champions League.

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