Dass Schalke 04 während des Trainingslagers in Belek im Hotel „Titanic“ wohnt, wäre ein gefundenes Fressen für alle Spötter gewesen. Doch der starke Schlussspurt im vergangenen Jahr hat Untergangs-Witze verhindert. Sieben Punkte aus drei Spielen, überzeugende Auftritte – der Zweitligist strahlt unter der türkischen Sonne Optimismus aus.
Mit dabei: die Talente Zaid Amoussou-Tchibara und Mika Khadr (beide 18). Ersterer hat in der laufenden U19-Bundesliga-Saison 17 Tore in 14 Spielen erzielt, Zweiterer gilt als große Abwehr-Hoffnung. Beide passen in den Weg, den S04 nun eingeschlagen hat: Der Revier-Klub will eine neue Generation Neuer!
Es waren goldene Zeiten auf Schalke, als zwischen 2005 und 2007 die späteren Weltklasse-Spieler Manuel Neuer (38/Bayern), Mesut Özil (36/Karriereende) und Benedikt Höwedes (36/Karriereende) den Sprung zu den Profis schafften. Wenige Jahre später folgten Julian Draxler (31/al-Ahli SC) und Leroy Sané (28/Bayern). Was alle eint: Sie stammen aus Gelsenkirchen oder der Region – und durchliefen die berühmte Ausbildung der „Knappenschmiede“. Nun will Schalke es wieder so machen.
Mit Mittelfeldspieler Max Grüger (19) und Torhüter Luca Podlech (19) haben zwei Talente bereits bis 2028 verlängert. Beide wurden in Gelsenkirchen geboren. Grüger ist seit Kindheitstagen S04-Fan. Sein erstes königsblaues Dress: das von Abwehr-Kante Marcelo Bordon (49). Podlechs Vorbild ist Neuer.
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Khadr, der 2022 Mitglied der „Knappenschmiede“ wurde, hat zuletzt einen neuen Kontrakt bis 2028 unterzeichnet. Mit Vitalie Becker (19), der aus Bottrop (ca. 12 Kilometer von Gelsenkirchen entfernt) stammt, soll zudem ein Linksverteidiger heranwachsen.
Schalke setzt auf Identifikation. Und will weitere Talente binden, die dem Schliff von Nachwuchstrainer Norbert Elgert (67) unterzogen wurden. Natürlich auch deshalb, weil das Geld für Ablösesummen kaum vorhanden ist.
SPORT BILD kennt die genauen Verhandlungsstände beim Kampf um die Talente:
► Rechtsverteidiger Taylan Bulut, der seit Wochen in der Startelf gesetzt ist und außerdem als Innenverteidiger fungieren kann, hat einen gültigen Vertrag bis Sommer 2026. Die Bosse bereiten derzeit ein Vertragsangebot für den zweitschnellsten Schalke-Spieler im aktuellen Kader vor (35,01 km/h).

Taylan Bulut (18)
Kaderplaner Ben Manga (50) und Co. wissen aber: Der Markt für Bulut ist groß. Aus Englands erster Liga haben bereits Bournemouth und Nottingham Forest konkret angeklopft. Bulut würde mit einem neuen Vertrag in die Riege der Gutverdiener bei S04 aufsteigen. Heißt: ein Jahresgehalt von rund 600 000 Euro kassieren. Die Verhandlungen mit ihm dürften ein zähes Ringen werden. Äußerst wahrscheinlich: Der deutsche U19-Nationalspieler unterschreibt nur, wenn er eine Ausstiegsklausel bekommt. Eine solche hat bisher kein S04-Profi.
► Amoussou-Tchibaras Kontrakt konnte von Klub-Seite dank Klausel bis 2026 verlängert werden. Bei den Verhandlungen um eine weitere Ausweitung sind die Bosse zuletzt einen großen Schritt vorangekommen. Die Zahlen mit dem Offensiv-Juwel sind im Groben ausgehandelt. Der Rechtsaußen aus Togo soll nach der Rückkehr aus dem Trainingslager einen neuen Vertrag bis 2028 unterschreiben.
► Mittelfeldspieler Ayman Gulasi (18), der im vergangenen Sommer aus Australien in den Ruhrpott kam, soll ebenfalls langfristig gebunden werden. Beide Parteien sind sich einig. Gulasi, der drei Treffer in zwölf U19-Spielen erzielte, bleibt bis 2028.
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