Elfeinhalb Jahre später ist er wieder da. Neymar wechselte ablösefrei von al-Hilal (Saudi-Arabien) zu Brasiliens Traditionsklub, bei dem er zum Weltklasse-Spieler gereift war. Seinen Umkleideschrank, der sich direkt rechts neben dem des großen Pelé († 82) befindet, hat er zurück. Dessen Spind wurde seit 1974 nicht mehr vergeben, nachdem der wohl beste Fußballer aller Zeiten erst seine Karriere für beendet erklärt hatte, bevor er wenige Monate später zu Cosmos New York ging.
„Ich bin sehr glücklich, es ist ein ganz besonderer Tag für mich. Wir haben in der Vergangenheit viele schöne Momente erlebt. Und ich bin sicher, dass wir noch viel vor uns haben“, sagt Neymar.
Emotionale Show: Gänsehaut-Empfang bei Neymar-Rückkehr
Lange wurde der Offensivspieler als der neue Pelé gehypt. Sportlich konnte er diese Erwartungen nie erfüllen. Sein größter Erfolg mit Brasilien: Olympia-Gold 2016 im eigenen Land. Dennoch gilt er in seiner Heimat weiter als Hoffnungsträger für die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko.
„Es wird sehr schwierig für Brasilien, die nächste WM zu gewinnen. Wenn es irgendeine Möglichkeit gibt, dann nur mit Neymar. 1994 hat Brasilien für Romário gespielt, davor 1958, 1962 und 1970 für Pelé, für Garrincha. 2002 für Ronaldo. Wenn man 2026 nicht für Neymar spielt, wird man nicht gewinnen“, sagt Weltmeister Romário (59) zu SPORT BILD.
Neymar weiß das. Um wieder richtig fit zu werden nach seiner schweren Verletzung im Herbst 2023 (Kreuzbandriss im linken Knie), verzichtet er auf viel Geld. Bei Ex-Klub al-Hilal betrug sein ausgehandeltes Grundgehalt für einen Zweijahresvertrag bis 2025 rund 320 Millionen Euro. Durch die vorzeitige Auflösung verringert sich der Betrag um etliche Millionen.
Neymar wird es verschmerzen. Sein Gesamt-Vermögen wird auf eine Milliarde Euro taxiert. Im Vergleich dazu: Der Kaufwert seines neuen Klubs FC Santos, der in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt werden soll, beträgt 160 Millionen Euro. Neymar besitzt Villen und Penthouse-Wohnungen in Brasilien, investierte zuletzt in Dubai 51 Millionen Euro in ein Luxus-Dachgeschoss-Appartement. Die „Bugatti Residence“ soll 2027 eröffnet werden, dort kann er dann sein Auto im Lift mit in die Wohnung nehmen.
Bei Santos soll Brasiliens Superstar rund 165 000 Euro monatlich verdienen. Sein Vertrag läuft vorerst nur bis zum Sommer. Hinzu kommen sollen 90 Prozent aus Werbe- und Marketing-Einnahmen, die der Klub durch Neymars Namen erwirtschaftet.
Trotz der hohen Abgabe kann der Wechsel für Santos zu einem lukrativen Geschäft werden. Plötzlich steht der Verein, der 2023 in die 2. Liga abstürzte und ein Jahr später aufstieg, wieder im Mittelpunkt. Die Zahl der Vereins-Follower in sozialen Medien explodierte nach den ersten Gerüchten um eine Neymar-Rückkehr im Januar von 3,5 auf 4,5 Millionen. Neymar selbst hat rund 227 Millionen Follower.
Das tut schon beim Hinschauen weh!: Schmerzhaftes Einstandsgeschenk für Neymar
Mit Neymar will Santos die Sponsoren-Einnahmen erhöhen und mehr Geld aus den in- und ausländischen Fernsehübertragungen erwirtschaften. Ausrüster Umbro plant, das türkisblaue Santos-Trikot neu aufzulegen, in dem Neymar mit dem Klub glänzte und das 2012 nach dem Libertadores-Cup-Triumph zum Verkaufsschlager wurde.
Die große Frage: Kann Neymar die sportlichen Erwartungen erfüllen? Der 128-malige Nationalspieler, der mit seiner Lebensgefährtin Bruna Biancardi (30) und der gemeinsamen Tochter Mavie (1) sowie 25 Koffern aus Saudi-Arabien nach Brasilien zurückkehrte, hat in den vergangenen 17 Monaten nur sieben Spiele absolviert.
Santos-Coach Pedro Caixinha (54) sagt zu SPORT BILD: „Wir haben Zugang zu allen Trainings-Daten. Wir wissen, dass Neymar in einem sehr guten Zustand ist. Hat er Spiel-Rhythmus? Nein. Hat er eine Trainings-Basis und steht sofort bereit? Ja – bei so einer Qualität, wie sie Neymar hat.“
Weitere Frage: Nutzt Neymar den FC Santos, um für die WM 2026 fit zu werden und bleibt länger als vereinbart? Oder hofft er nochmals auf einen Top-Vertrag in Europa? Vieles spricht für Santos, wenn der Verein in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt wird, um sich Investorengelder zu beschaffen und sich auch sportlich weiterentwickelt. Gut für Santos: Ein Wechsel zu Chicago Fire kommt für den Superstar ab Sommer nicht infrage. Könnte daran liegen, dass Vater Neymar da Silva Santos (59) Absichten hat, als Investor beim Pelé-Klub einzusteigen.


