Jetzt ist es offiziell: Der VfL Wolfsburg spielt kommende Saison zweitklassig! Die Niedersachsen verlieren das Relegations-Rückspiel beim SC Paderborn mit 1:2 nach Verlängerung und steigen nach 29 Jahren Bundesliga ab.
Während in Paderborn pure Ekstase herrscht, versinkt Wolfsburg im Chaos. Besonders bitter: Ausgerechnet Joakim Maehle wird mit seinem Platzverweis früh zur tragischen Figur des Abends.
Mit Wolfsburg müssen nach Heidenheim und St. Pauli auch die Niedersachsen den Gang in die 2. Liga antreten. Für Dieter Hecking ist es bereits der zweite Abstiegs-Rückschlag in Folge – schon in der vergangenen Saison konnte er Bochum nicht vor dem Gang in die Zweitklassigkeit bewahren.
Traumstart – dann kippt alles
Dabei begann die Partie eigentlich perfekt für den VfL. Bereits in der 3. Minute traf Dženan Pejčinović zur frühen Führung. Nach starkem Zuspiel von Daghim schob der Angreifer den Ball flach ins Eck. Hecking jubelte an der Seitenlinie, Wolfsburg hatte plötzlich alle Trümpfe in der Hand.
Doch nur wenige Minuten später folgte der komplette Zusammenbruch. Maehle sah zunächst Gelb, weil er den Ball weg schoss. Kurz darauf flog der Däne nach einem harten Foul mit Gelb-Rot vom Platz (14.). Wolfsburg musste damit über 100 Minuten in Unterzahl spielen.
Paderborn übernahm danach sofort die Kontrolle. Bauer und Castaneda vergaben zunächst noch gute Chancen, ehe Filip Bilbija kurz vor der Pause per Kopf zum 1:1 traf. Die Home Deluxe Arena explodierte.
Wolfsburgs Joakim Maehle (29) sieht Gelb-Rot
Wolfsburg wankt – Curda trifft
Nach dem Seitenwechsel spielte fast nur noch Paderborn. Wolfsburg rettete mehrfach in höchster Not. Belocian klärte einen Marino-Kopfball auf der Linie, Klaas traf später sogar den Pfosten.
Dann wurde es plötzlich still im Stadion. Wegen eines medizinischen Notfalls auf der Tribüne stellten die Fans ihren Support für mehrere Minuten komplett ein.
Sportlich ging das Drama danach weiter. In der Nachspielzeit köpfte der eingewechselte Michel den Ball noch an den Pfosten – Verlängerung!
Dort fiel schließlich die Entscheidung: Laurin Curda stand am zweiten Pfosten völlig frei und traf in der 100. Minute zum 2:1. Danach gab es in Paderborn kein Halten mehr.
SCP-Trainer Ralf Kettemann (39) ringt bei Sat.1 nach Worten: „Das ist krank, das ist geil. Es ist alles ein bisschen surreal, ich werde mindestens eine Nacht brauchen, um das zu realisieren.“
Laurin Curda (24) bringt den SCP zurück in die erste Liga

