Die Begeisterung in Madrid über das Los für die Playoffs in der Champions League hielt sich in Grenzen. Dass die Königlichen ausgerechnet gegen Benfica ranmüssen, sorgte für gemischte Gefühle. Zu frisch sind die Erinnerungen an die 2:4-Pleite zum Abschluss der Liga-Phase – die überhaupt erst dafür gesorgt hatte, dass die Madrilenen sich durch die Playoffs kämpfen müssen und nicht automatisch für die Runde der letzten 16 qualifiziert waren.
In der Kritik standen nach der Niederlage in Lissabon vor allem zwei Spieler: Jude Bellingham (22) und Vinicius Jr. (25). Vermeintliche Leistungsträger, die in den wichtigen Spielen zuletzt zu oft abgetaucht sind. Sie seien „nicht in der Lage, die Führung zu übernehmen“, wenn es eng wird, urteilte die spanische Tageszeitung „Marca“.
Besonders Bellingham bekam sein Fett weg: „Bellingham lief im Stadion Da Luz nur Schatten hinterher. Es fehlt ihm an Kreativität, Physis und der Dynamik, die ihn bei seiner Ankunft in Madrid sofort zu einem Idol gemacht hatte. Der junge Mann, der das Bernabéu mit seinem unbändigen Ehrgeiz begeisterte, wirkt nun in einer Rolle, die ihm nicht liegt und seine Präsenz schmälert, verkümmert.“
Arbeloa lobt Bellingham: „Will eine Führungsrolle übernehmen“
Bellingham spielte unter Trainer Alvaro Arbeloa (43) zuletzt in einer defensiveren Rolle auf einer Sechser-Position. Der Coach hatte den englischen Nationalspieler bereits im Vorfeld der Benfica-Partie in den höchsten Tönen gelobt, sprach über „die außergewöhnlichen Qualitäten und Fähigkeiten“ des ehemaligen Dortmunders: „Neben seinen fußballerischen Qualitäten habe ich einen Spieler gesehen, der eine Führungsrolle übernehmen und ein Vorbild sein will. Neulich, 48 Stunden nach einem Spiel, habe ich ihm gesagt – und das sage ich wirklich nie – ‚Hör auf zu laufen!‘ Seine Leistungen im Training, sein Einsatz und seine Führungsqualitäten … Ich bin sehr stolz darauf, einen Spieler wie Jude Bellingham in unseren Reihen zu haben.“
In dieser Saison allerdings kann Bellingham die Erwartungen noch nicht vollends erfüllen. Unter Ex-Coach Xabi Alonso (44) pendelte er zwischen offensiven, zentralen und linken Mittelfeld hin und her. Spanische Medien berichteten über ein belastetes, angespanntes Verhältnis zwischen Alonso und Bellingham. Der Engländer wies das zurück.
