Für Xabi Alonso (44) war der Trainer-Job bei Real Madrid das große Ziel. Einzig für die Königlichen würde er seinen Vertrag in Leverkusen zurückgeben, das wussten sie dort schon lange. Im Sommer 2025 erfüllte sich sein Wunsch. Seine ehemaligen Bosse von Bayer gaben ihm eine Botschaft mit auf den Weg. Die lautete: Hier warst du der König, bei Real bist du notwendiges Übel.
Das bestätigte sich schnell. In Madrid, wo Alonso einst selbst zu den großen Stars gehörte und im Mittelfeld den Takt bestimmte, dreht sich alles um die Spieler. Er wurde vor Probleme gestellt, die er aus Leverkusen nicht kannte – er muss politische Aufgaben lösen.
Dazu zählt vor allem, die Eitelkeiten der Spieler zu managen. Mit dem eigensinnigen Vinícius Júnior (25) lag er schnell im Clinch. Solange die Ergebnisse stimmten, konnte Alonso den Brasilianer regelmäßig frühzeitig auswechseln. Als der sich beschwerte, stand Präsident Florentino Pérez (78) hinter seinem Trainer. Allerdings sind mittlerweile aus fünf Punkten Vorsprung auf den Rivalen FC Barcelona in der Liga vier Punkte Rückstand geworden. Die Rückendeckung ist weg. Pérez, so ist zu hören, denkt bei Alonso nur noch von Spiel zu Spiel. Dass er mit dem Leverkusener Meistermacher eine Ära prägen wolle und die Stars keine Narrenfreiheit mehr haben sollen, scheint vergessen.
Spieler wie Weltstar Kylian Mbappé (26), der 29 Treffer in 24 Pflichtspielen in dieser Saison erzielt hat, sind unter Alonso besser geworden. Andere wie Jude Bellingham (22) und Torwart Thibaut Courtois (33) unterstützen ihn öffentlich, lobten seine Arbeit. Zuletzt gab es sogar eine Umarmung von Vinícius, die in Madrid als Wende interpretiert wird. Aber das ist nicht das Verständnis von Alonso. Er ist ein Trainer, der nicht die Eitelkeiten bedienen und von ihrer Gunst abhängig sein will, sondern frei nach Leistung und Sieger-Mentalität aufstellt.
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Alonso-Nachfolger werden regelmäßig gehandelt
Das Ergebnis ist, dass Real zwar die besten Spieler der Welt unter Vertrag hat, aber Alonso die nicht zu einer Einheit geformt bekommt. Nach dem 0:2 Anfang Dezember zu Hause gegen Celta Vigo galt der Trainer schon zum Abschuss frei. Auch mangels Alternativen durfte Alonso bleiben. Das in der Liga folgende 2:1 in Alavés und 2:0 gegen Sevilla beruhigen nun kurzfristig. Weil die Auftritte nicht überzeugend waren, sollen die Zweifel am Weltmeister von 2010 sogar gewachsen sein. Alonso sagte nach dem Sieg am Samstag: „Ich bin mit unserem heutigen Niveau nicht zufrieden. Meine Stimmung ändert sich überhaupt nicht, ich verstehe das Spiel, ich analysiere es.“
Ob er weitermachen darf, bleibt offen. Mögliche Nachfolger werden regelmäßig gehandelt. Zu denen zählt Jürgen Klopp (58), der aktuell als Fußball-Chef des RB-Konzerns tätig ist. Ob er sich das antun würde? Real, das 2025 keinen wichtigen Titel gewonnen hat, zählt deshalb zu den großen Verlierern des Jahres, weil es weder der souveräne Carlo Ancelotti (66) mit der langen Leine noch der strenge Alonso geschafft haben, die Mannschaft strahlen zu lassen.

