Mailand/Cortina – Uniformverbot bei den Paralympics! Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) untersagte den ukrainischen Athleten ihre geplante Teamkleidung für die Paralympischen Winterspiele in Italien. Der Grund: eine aufgedruckte Landkarte der Ukraine, die als politische Botschaft eingestuft wurde.
Die Anzüge bildeten die Ukraine in den Grenzen von 1991 ab – mit Krim und den heute russisch besetzten Gebieten. Ein Sprecher des IPC begründete die Entscheidung auf Anfrage: „Gemäß den IPC-Regeln für Paralympics-Uniformen sind Texte von Nationalhymnen, motivierende Worte, öffentliche/politische Botschaften oder Slogans, die sich auf die nationale Identität beziehen, verboten.“ Eine Landkarte würde darunterfallen.
Schnell musste eine Lösung her. Im Dialog mit dem Ukrainischen Paralympischen Komitee wurde innerhalb von 24 Stunden eine Alternative vorgelegt, die vom IPC genehmigt wurde.
Suschkewytsch kritisiert Uniformwechsel
Walerij Suschkewytsch, Chef des Ukrainischen Paralympischen Komitees, kritisierte die Maßnahme deutlich. Die Teamkleidung sei „sehr schön, sehr symbolisch“ gewesen – doch sie musste in aller Eile ausgetauscht werden. „Wir haben es gerade noch geschafft, eine neue Uniform fertig zu stellen“, klagte Suschkewytsch.
Noch härter fiel die Kritik von Skeletonfahrer Wladyslaw Heraskewytsch aus. Auf Instagram bezeichnete der 27-Jährige die Untersagung als „beschämende Entscheidung“. Der Ukrainer sorgte bereits bei den Olympischen Winterspielen in Mailand für Wirbel.
Heraskewytsch wurde kurz vor dem Start der Skeleton-Rennen disqualifiziert, weil er nicht auf seinen vom IOC untersagten Helm verzichten wollte. Der Kopfschutz zeigt die Bilder von mehr als 20 Sportlerinnen und Sportlern, die infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ums Leben gekommen sind.
Politische Symbole sorgen für Konflikte
Die Vorfälle zeigen: Politische Botschaften bei internationalen Sportveranstaltungen sind ein sensibles Thema. Während das IPC auf die strikte Einhaltung seiner Regeln pocht, empfinden die ukrainischen Athleten die Verbote als Affront gegen ihr kriegsgebeuteltes Heimatland.
