Das neue Transfer-Reglement des DFB sorgt für großen Ärger unter den Spielerberatern – und kann den Verband bei einer Klage teuer zu stehen kommen!
Ab dem 1. Januar 2025 gelten die neuen Vorschriften, also mit Beginn des Winter-Transferfensters (bis 3. Februar). In Deutschland ansässige Agenten (ob mit deutschem oder ausländischem Pass) brauchen bei innerdeutschen Transfers nun zwingend die Fifa-Lizenz. Aber: Als der DFB am 8. November sein neues Reglement verabschiedete, war die Fifa-Anmeldefrist für den November-Kurs bereits abgelaufen. Und der nächste findet erst Ende Mai statt.
„Für Spielervermittler ohne Fifa-Lizenz läuft das neue DFB-Reglement auf ein faktisches Berufsverbot während der Winter-Transferperiode hinaus. Rechtlich sehe ich – auch mit Blick auf die in Artikel 12 des Grundgesetzes geregelte Berufsfreiheit – ein großes Problem“, sagt der Sportrechtler Gregor Reiter, früher Geschäftsführer der deutschen Spieler-Vermittler-Vereinigung DFVV: „Sollte ein Agent nachweisen können, dass er einen nationalen Transfer im Winter wegen des neuen Reglements nicht tätigen konnte, obwohl er bis auf die Lizenz alle Voraussetzungen erfüllt hätte, dann hat er sehr gute Chancen, einen Regressanspruch – gegebenenfalls auch vor Gericht – durchzusetzen.“
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Kritisch sieht Reiter zudem, dass der DFB sein neues Reglement verabschiedet hat, obwohl sich ab Mitte Februar der Europäische Gerichtshof (EuGH) mit dem Streit zwischen den Agenten auf der einen und Fifa und DFB auf der anderen Seite beschäftigt. Dabei geht es auch um eine geplante Deckelung der Berater-Provisionen.
Vor dem Landgericht (LG) Dortmund und dem OLG Düsseldorf unterlag die Fifa bereits. Der Weltverband setzte seine Regeln bis zu einer endgültigen Rechtsklärung aus, ermutigte die Nationalverbände aber, nationale Statuten einzuführen.

