Keine Begrüßung, wie man sie sich wünscht …
Bei der Vorstellung von Stürmer Gabriel Barbosa beim FC Santos spielte sich am Montag eine bizarre Szene ab. Fans betraten die PK-Bühne, um den Rückkehrer willkommen zu heißen – oder auch, um ihn zu bedrohen.
Während andere Fans Barbosa Geschenke überreichten, lehnte sich ein Mann beim Handschlag mit dem Spieler nah an ihn und ein Mikrofon, das die folgenden Worte aufzeichnete: „Du schuldest uns was, du weißt ja bereits, wie die Dinge hier laufen …“ Nach einer knappen Antwort entfernte sich der Stürmer von dem Santos-Anhänger, um für ein Foto mit einem anderen zu posieren. Es handelte sich um eine Aktion des Fanklubs „Sangre Joven“ (deutsch: Junges Blut).
FC Santos und „Gabigol“: Eine komplizierte Geschichte
Was genau der Fan mit der vermeintlichen „Schuld“ Barbosas meinte, ist unklar. Fakt ist jedoch: Das Verhältnis zwischen Spieler und Verein ist nicht ganz unbelastet. „Gabigol“, wie Barbosa auch genannt wird, wurde beim Verein ausgebildet und spielte über drei Jahre in der ersten Mannschaft der Schwarz-Weißen. Nach einer Station bei Benfica war der Angreifer 2018 von Inter an Santos ausgeliehen und avancierte als Top-Torjäger der brasilianischen Liga. Fans hofften auf eine längerfristige Gabigol-Rückkehr – der jedoch entschied sich für Liga-Konkurrent Flamengo.
Seit dieser Abfuhr gegenüber seinem Jugendklub sind einige Santos-Anhänger nicht mehr gut auf den Brasilianer zu sprechen, bereiteten ihm bei dessen Gastspielen stets eine feindselige Atmosphäre. Jetzt also die erneute Rückkehr – trotz der schwierigen Beziehung zu Teilen des Fans?
Für Gabigol scheint dies kein Problem zu sein. Zu einer bestimmten Auseinandersetzung mit einem Santos-Fan als Cruzeiro-Spieler sagte der Stürmer: „Was in Vila Belmiro (Spitzname des Santos-Stadions, d. Red.) passiert ist, ist völlig normal. Ich bin Fan von Santos. Ich war auch sehr engagiert bei den Sangre-Joven-Fans und habe viele Spieler angefeindet, als ich Santos verlassen habe und hierhergekommen bin, um zu spielen. (…) Was hier passiert ist, betraf nur eine einzige Person und hatte nichts direkt mit Santos zu tun. Jetzt heißt es, hart zu arbeiten. Was ich den Fans versprechen kann, ist Engagement und Hingabe. Das habe ich immer getan.“
