Die Münchner haben ein Chef-Problem in der Abwehr – sagt Lothar Matthäus (63): „Bayern braucht in der Abwehr einen Leader. Einen, der den Nebenmann führt. Denn das sind weder Kim noch Upamecano. Sie sind beide talentiert, gute Spieler, aber vom Naturell keine Anführer“, erklärt der Rekordnationalspieler und Sky-Experte gegenüber SPORT BILD: „Matthijs de Ligt hätte es sein können, er war im Team anerkannt. Auch wenn er bei Manchester United nicht diese Leistungen bringt – bei Bayern hätte man ihn aufbauen können.“
Der Rekordmeister verkaufte de Ligt vergangenen Sommer für 45 Mio. zu Man United und setzt seitdem auf das Innenverteidiger-Duo Dayot Upamecano (26) und Minjae Kim (28). Upamecano spielt eine konstante Saison, Kim hatte zuletzt wieder Patzer in seinem Spiel. Das könnte mit Fitness-Problemen zusammenhängen.
Der Südkoreaner plagt sich seit Wochen mit Achillessehnen-Schmerzen herum, wird laufend behandelt. „Seit dem Spiel in Frankfurt (6. Oktober; d. Red.) habe ich Probleme“, sagt er. Wegen der Blessur hatte der Verteidiger bereits ein Einzelgespräch mit Trainer Vincent Kompany (38), der ihn jedoch bat zu spielen. Kim sei für ihn mit seiner Zweikampfstärke unverzichtbar. Außerdem gibt es bei den wichtigen Spielen in den nächsten Wochen kaum Gelegenheit zu rotieren.
In der Abwehr haben die Bayern als erste Alternative Eric Dier (31), der loyale Engländer ist im Team hoch angesehen. Hiroki Ito (25) machte seit seinem Wechsel im Sommer aus Stuttgart nach München wegen eines Mittelfußbruchs und der Folgeverletzungen noch kein Spiel. Josip Stanisic (24) kann auch innen verteidigen: Er stand nach seiner langen Pause (Außenbandriss im Knie) beim 3:1 gegen Bratislava erstmals wieder in der Startelf.
Er trifft und trifft und trifft: Kanes Elfer-Geheimnis gelüftet!
Für den Sommer ist auf der Position des Innenverteidigers eine Veränderung geplant: Nach SPORT BILD-Informationen geht die Tendenz bei Dier dahin, den auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Es soll ein Innenverteidiger kommen, der das Potenzial zum Stammspieler hat.
Jonathan Tah (28) ist weiter ein Thema. Nachdem der Wechsel im vergangenen Sommer nicht zustande gekommen war, stand ein Transfer zum FC Barcelona bevor. Dieser ist aber weiter nicht vollzogen. Für die Bayern wäre ein Tah-Deal reizvoll: Er ist im Sommer ablösefrei, wird seinen Vertrag bei Leverkusen nicht verlängern. Und: Er hätte das Potenzial, die Abwehr der Bayern zu führen.

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus ist Experte bei Sky
Geht es nach Matthäus, müsste Tah schon heute bei Bayern spielen: Sportvorstand Max Eberl (51) konnte den Aufsichtsrat am Ende jedoch nicht überzeugen. Matthäus: „Es war aus meiner Sicht ein Fehler, den Transfer von Jonathan Tah im vergangenen Sommer an fünf Millionen Euro scheitern zu lassen.“

