Eine Wolfsburger Meister-Legende von 2009 ist nach dem Abstieg des VfL fassungslos: Grafite (47). Die 1:2-Niederlage des VW-Klubs verfolgte der Grafite in der Heimat Brasilien vor dem TV. Was sind die Gründe für das sportliche Desaster? In SPORT BILD rechnet der Bundesliga-Torschützenkönig von 2009 mit der Ex-Führung um Geschäftsführer Peter Christiansen (51) ab.
„Die Spieler, die gekommen sind, haben es nicht geschafft, sich im Verein gut zu entwickeln, sich an den Klub, den deutschen Fußball, die Bundesliga anzupassen“, sagt Grafite. „Es ist sehr traurig, was mit Wolfsburg passiert ist: Aber wenn die Planung nicht gut ist, wenn die Spielerverpflichtungen nicht gut gemacht sind, rächt sich das im Fußball leider. Wolfsburg hat in einigen Dingen Fehler gemacht, keine geschlossene und wettbewerbsfähige Mannschaft aufgestellt. Der Fußball fordert seinen Tribut, und Wolfsburg hat dafür teuer bezahlt.“
Der ehemalige brasilianische Nationalspieler glaubt aber nicht, dass der VfL nun in der Versenkung verschwindet – und macht seinem Ex-Klub Mut: „Es ist das erste Mal, dass der Verein absteigt, aber es ist nicht das erste Mal, dass andere Klubs das durchgemacht haben. Schalke ist dieses Jahr zurückgekehrt. Hamburg war lange unten. Ich hoffe, dass Wolfsburg nicht allzu lange in der zweiten Liga bleibt und es im nächsten Jahr schon wieder in die erste Liga schafft. Aber es ist traurig, es ist schwer mitanzusehen, wie der Verein nach 29 Jahren in die zweite Liga absteigt.“
1997 stieg der VfL in die Bundesliga auf, nun der Abstieg nach der verloren gegangenen Relegation gegen den Zweitligisten Paderborn. Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking (61) sagte nach dem 1:2: „Wenn man absteigt, tut es weh. Die Enttäuschung ist auch bei mir groß, weil wir hatten eine sehr intensive Zeit in den letzten neun bis zehn Wochen. Wir haben alles versucht und auch die Spieler haben alles investiert, um den Klassenerhalt zu schaffen.“ Hecking übernahm erst Anfang März von Daniel Bauer, um den Abstieg noch zu verhindern. Von den elf Spielen, in denen er seitdem an der Seitenlinie stand, gewann Wolfsburg zwei Partien. Mit einem 3:1 bei St. Pauli am letzten Spieltag führte er sie noch in die Relegation, die 2. Liga konnte er dennoch nicht mehr verhindern.

