Es war die erste titellose Saison seit 2017, aber …

Star-Trainer Pep Guardiola (54) spricht schonungslos offen über die vermeintlich katastrophale Spielzeit mit Manchester City – und erklärt, warum diese aber vielleicht sogar ein der wertvollsten seiner Karriere war.

„Du beurteilst Glück, wenn du gewinnst. Man beurteilt den Erfolg, wenn man gewinnt und gewinnt. Und das ist ein Problem“, stellt der Katalane im Reuters-Interview klar.

Und weiter: „Ich werde mich oder mein Team nicht nach schlechten oder guten Saisons beurteilen. Wenn man in einer Saison Dritter wird und nie aufgibt, weil man sonst Zehnter oder Zwölfter wird, ist das vielleicht eine bessere Saison als die, in der wir die vierte Premier League in Folge gewonnen haben.“

Die Skyblues hatten lediglich Platz drei in der Premier League belegt – und auch keinen anderen nationalen oder internationalen Wettbewerb gewinnen können.

Guardiola erklärt, wie er mit Niederlagen umgeht: „Ich will leiden, wenn ich keine Spiele gewinne. Ich will mich schlecht fühlen. Ich will schlecht schlafen. Ich will, dass es mich trifft, wenn die Situation schlecht ist. Das will ich!“

Er wolle die Wut „fühlen“: „Denn wenn nicht, welchen Sinn hätte es dann? Gewinnen oder verlieren. Wir sind hier auf dieser Welt, um verschiedene Erfahrungen zu machen, verschiedene Stimmungen zu erleben.“

Sieger seien langweilig, von den Verlierern würde man lernen.

Für den 54-Jährigen war die abgelaufene Saison erst die zweite titellose als Trainer. Trotz seines Erfolges fühle er sich nicht außergewöhnlich: „Glauben Sie, ich fühle mich besonders, weil ich viele Titel gewonnen habe? Nein! Vergessen Sie es! Ich denke, ein Arzt ist besonders, der Leben rettet. Die Leute, die das Penicillin erfunden haben. Das ist sind Genies. Und ich? Ein Genie? Ach was.“

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Quelle: BILD

Er habe zwar jahrelang bewiesen, dass er gut in seinem Job sei, aber womöglich hätten auch andere Trainer in bestimmten Momenten die gleichen Entscheiden getroffen wie er.

Über den Druck als Coach sagt er offen: „Niemand hat mir eine Waffe an den Kopf gehalten und mich gezwungen, diesen Job zu wählen. Ich habe ihn ausgesucht. Es gibt keinen Profi im Fußball, der immer gewinnt, denn das ist einfach unmöglich. Das ist in der letzten Saison passiert. Man akzeptiert es, verbessert sich, lernt und es gibt gute Lehren für die Zukunft.“

Erst ein mal steht für Man City die Klub-WM in den USA an (vom 14. Juni bis 13. Juli). Ein Schlüsselfaktor für Guardiola ist künftig vor allem der Teamgeist: „Gut spielen. Schafft eine gute Stimmung, einen guten Teamgeist. Versuchen, die neuen Spieler dazu zu bringen, uns die Energie zu geben, die wir brauchen, um das Team wieder aufzurichten. Und am Ende können wir Titel gewinnen.“

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