Unser NBA-Star im Interview!

Isaiah Hartenstein (26) kassiert als Profi in Oklahoma 87 Mio. Dollar und hat Chancen auf den Titel. Im Interview spricht er über sein Leben nach dem Umzug aus New York und seine Rolle als Investor beim BBL-Klub Ulm.

BILD:[–> Herr Hartenstein, im Sommer sind Sie zum ersten Mal Vater geworden. Wie fühlt sich Ihr neues Leben als Familienvater an?

Hartenstein:[–> Es macht unglaublich viel Spaß, und die Zeit vergeht wie im Flug. Mein Sohn wächst sehr schnell – er ist jetzt sieben Monate alt und trägt bereits Klamotten, die eigentlich für 18 Monate alte Kinder gedacht ist. Ich bin 2,15 Meter groß, er hat definitiv meine Gene geerbt (lacht). Mein Vater hat ihm zu Weihnachten sogar schon einen kleinen Basketballkorb geschenkt.

Welche Sprache wird im Hause Hartenstein gesprochen? Lernt Ihr Sohn auch Deutsch?

Zuhause sprechen wir viel Englisch, da meine Frau Amerikanerin ist. Wir werden aber definitiv versuchen, ihm auch Deutsch beizubringen. Das ist mein Ziel.

Im Sommer haben Sie ­Ihren ­bisher größten Vertrag in ­Oklahoma unterschrieben. ­Zwischenzeitlich waren Sie ­sogar der bestbezahlte ­deutsche Sportler. Wie hat sich das angefühlt?

In meiner Karriere gab es viele Höhen und Tiefen. Ich habe mein Leben in der Basketballhalle verbracht. Dieser Vertrag fühlte sich wie die Belohnung für all die harte Arbeit an. Ich muss weiterhin an mir arbeiten, aber es war eine große Erleichterung. Meine Familie war bei der Vertragsunterschrift in Oklahoma City dabei – ein wirklich besonderer Moment. Natürlich ist es extrem viel Geld, aber in der NBA hat so ein Vertrag auch etwas mit Status und Wertschätzung zu tun. Je mehr man verdient, desto höher ist das Ansehen – und auch die Chancen auf Spielzeit steigen.

Isaiah Hartenstein verdient bei den Thunder in drei Jahren 87 Millionen Dollar

Foto: Jacob Kupferman/AP/dpa

Haben Sie sich zu diesem Vertrag etwas gegönnt? Dennis Schröder hat sich nach einer Vertragsunterschrift einst ein goldenes Auto gekauft.

Das habe ich natürlich nicht gemacht (lacht). Schon mit meinem vorherigen Vertrag habe ich meinen Eltern jeweils ein Auto gekauft, um Ihnen etwas zurückzugeben. Ich bin bodenständig und lege mein Geld sinnvoll an.

Wie waren die ersten Monate in Oklahoma? Vermissen Sie das Leben in New York?

Es war etwas ganz Besonderes, im Madison Square Garden zu spielen und die Fans dort zu erleben. Aber ehrlich gesagt konzentriere ich mich fast ausschließlich auf Basketball, egal wo ich bin. Alles andere lenkt mich nur davon ab, was wichtig ist. Freunde, die mich in New York oder Los Angeles besucht haben, fragten oft nach Tipps für Ausgehmöglichkeiten – da konnte ich nicht wirklich weiterhelfen. Ich fahre in die Halle und dann nach Hause. Deshalb stört es mich auch nicht, in Oklahoma zu leben. Wir haben ein großes Haus und genießen das Familienleben.

Ihr Team steht auf Platz eins der Western Conference. Sie sind nach einer Handverletzung ­zurück. Ist der Titel in ­dieser Saison möglich?

Für mich ist es wichtig, dass ich fast wieder bei 100 Prozent bin. Meine Hand habe ich einen Monat lang kaum bewegt. Klar ist: Unser Team ist sehr stark. Wir haben viele großartige Spieler. Es ist das beste Team, für das ich in einer regulären Saison gespielt habe. Es kann etwas Großes entstehen. Wir müssen aber noch weiter wachsen, um am Ende richtig gute Titelchancen zu haben

Die Nationalmannschaft ist bei Ihnen immer ein Thema. In den letzten Jahren waren Sie nicht dabei, da die NBA für Sie an erster Stelle steht. Wie groß ist Ihr Wunsch, trotzdem auch mit Deutschland Erfolge zu feiern?

Ich will auf jeden Fall wieder für die Nationalmannschaft spielen und etwas an Deutschland zurückgeben – vielleicht sogar einen Titel holen. Wenn sich mein Körper nach der langen Saison gut anfühlt, möchte ich im Sommer spielen. Bisher gab es noch keinen Kontakt zum neuen Nationaltrainer, aber mein Ziel ist es, bald wieder für Deutschland auf dem Parkett zu stehen.

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Quelle: Youtube, Instagram, BILD

Sie sind als Investor bei ­Ratiopharm Ulm eingestiegen. Wollen Sie damit ebenfalls ­etwas zurückgeben?

Auf jeden Fall! Mein Ziel ist es, den deutschen Basketball voranzubringen. Seitdem ich in der NBA spiele, wollte ich Teil eines deutschen Projekts sein, das junge Spieler fördert und sie auf den Weg in die NBA unterstützt. Das gab es zu meiner Zeit nicht. Ulm hat in den letzten Jahren großartige Arbeit geleistet. Ich möchte helfen, dieses Projekt weiter auszubauen. Wenn Spieler in Ulm Unterstützung brauchen oder Ratschläge für ihren nächsten Karriereschritt möchten, werde ich für sie da sein. Mir ist wichtig, nahbar zu sein und meinen Teil zur Entwicklung des Basketballs in Deutschland beizutragen.

Dennis Schröder ist in ähnlicher Rolle in Braunschweig aktiv. Er will zum Ende seiner Karriere noch mal selbst für den Verein spielen. Können Sie sich das bei Ulm auch vorstellen?

Das wäre auf jeden Fall eine coole Sache. Ich möchte noch lange in der NBA spielen, aber wenn mein Körper das dann noch mitmacht – warum nicht?

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