Einar Olafsson (23) möchte beim HSV Hamburg richtig durchstarten – als Abwehr-Bollwerk in der Daikin Handball-Bundesliga.
Sein Vater ist kein Geringerer als Olafur Stefansson (52), isländische Handball-Legende. Druck spürt Sohn Einar deshalb nicht: „Ich sehe mehr Positives als Negatives daran, dass er mein Vater ist.“
Beim HSV soll Olafsson die Lücke von Abwehrchef Azat Valliulin (34, aktuell vereinslos) füllen. Beim Test gegen seinen Ex-Klub Fredericia (32:30) deutete er sein Können schon an. Ab Freitag wird’s in Schneverdingen beim Heide-Cup (mit Kolstad, Aalborg, Schaffhausen, Hannover und Gummersbach) noch härter. Los geht’s für den HSV gegen Norwegen-Meister Kolstad (15.30 Uhr).
Sohn von Handball-Legende: Olafsson hat Bock auf den HSV-Block
Sein Wechsel nach drei Jahren Fredericia (Dänemark) in die Bundesliga ging schnell: „Mein Agent hat mir Anfang des Jahres gesagt, dass der HSV Interesse hat.“ Kurze Zeit später war Olafsson schon in Hamburg, lernte Stadt, Sportdirektor Jogi Bitter, Trainer Torsten Jansen und das restliche Trainerteam kennen. Und unterschrieb. Olafsson: „Die Trainer wussten, was ich mache und wie ich spiele. Und sie wollten mich wirklich.“
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Vor dem Wechsel holte er sich Rat bei seinem berühmten Vater: „Er hat viel Erfahrung in Deutschland, als Spieler und Trainer. Er hat mir alles über die Bundesliga erzählt. Er hat immer gesagt, ich soll es ausprobieren. Ich habe auf seinen Rat gehört.“

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Auch beim ersten Besuch in Hamburg war Stefansson dabei: „Es ist gut, jemanden dabei zu haben, der Deutsch spricht …“
Trotz seiner Vergangenheit ist die Sprache neu für ihn. Olafsson gibt zu: „Ich war nur als Baby in Magdeburg. Dann bin ich nochmal umgezogen, habe in Heidelberg gelebt. Aber von der Sprache ist trotzdem nicht viel hängengeblieben.“
Der Wechsel nach Hamburg ist für den 2-Meter-Mann eine große Umstellung – sportlich wie privat. „In Dänemark wusste ich genau, wie alles war. Jetzt lerne ich alles neu. Systeme, Spieler, Trainer, Stadt.“
Was ihn in Hamburg nervt? Der Verkehr! „Es ist so schwer, in der Stadt zu fahren. Die Ampeln, die Regeln. In Fredericia und Island gab es nie so viel Verkehr und Staus wie hier“, berichtet Olafsson, dessen isländische Freundin in dieser Woche in Hamburg gelandet ist.

Will beim HSV Gas geben und tritt dafür voll in die Pedale: Einar Olafsson
Auf dem Spielfeld will er nicht die Bremse treten, sondern Gas geben, Bälle klauen, klammern, blocken und schieben. „Ich will zeigen, dass ich richtig gut bin.“ Dabei vertraut er auf seinen Instinkt – muss aber noch lernen, mit neuen Anforderungen umzugehen.
„Ich bin ein sehr intuitiver Spieler. Ich muss meine Instinkte nutzen und gleichzeitig die neuen Informationen aufnehmen. Das ist eine große Umstellung. Aber ich glaube, es wird schnell besser“, sagt Einar, der viele Jahre Handball und Basketball auf Top-Niveau spielte. „Basketball hat mir im Handball viel geholfen. In der Abwehr, bei der Schnelligkeit und der Beinarbeit.“
Im Angriff sieht Olafsson allerdings noch Luft nach oben: „Oh, das ist nicht meine Stärke. Der Wurf war früher okay – vor meinen Schulterverletzungen.“ Die liegen drei Jahre zurück. „Jetzt ist der Wurf wieder bei 90 Prozent. Ich hoffe, dass ich in der Saison herausfinden kann, wie gut er ist. Wenn ich gesund bleibe.“
Trainer Torsten Jansen weiß: „Er hat auch einen Schlagwurf. Einar soll sich aber erst einmal auf die Defensivarbeit konzentrieren. Wir brauchen ihn hinten.“



