Es war ein Sieg der Nerven – und einer des Willens. Die Füchse Berlin ringen Veszprém erst im Siebenmeterwerfen (35:33) nieder. Einer der Helden: Lasse Andersson (31). Dabei lag der Däne am Spieltagsmorgen mit Magen-Darm-Virus noch im Krankenhaus, kämpfte sich aber für den Traum vom Champions-League-Final4 zurück aufs Parkett.
Füchse-Boss Bob Hanning (58) bewundernd: „Dass Lasse überhaupt spielen konnte, grenzt an ein Wunder. Das war überhaupt nicht sicher.“ Sechs Tore machte der angeschlagene Star im Krimi gegen Veszprém und unterstützte vor allem Tor-Garant Mathias Gidsel. (27/zehn Treffer).
Trainer Nicolej Krickau (39) erklärt das Drama: „Lasse lag die ganze Nacht auf dem Badezimmerboden und im Flur, es kam oben und unten heraus. Er hatte schlimme Bauchschmerzen und Fieber. Um 10.45 Uhr ging nichts mehr, er ist ins Krankenhaus gegangen.“ Dort wurde er von Berlins Olympia-Doktor Prof. Dr. Bernd Wolfarth an der Charité behandelt. „Sie haben dort Blut abgenommen und festgestellt, um welchen Virus es sich handelt, haben dort einen sehr guten Job gemacht. Lasse bekam dann Medikamente, die sein Leiden stoppen konnten.“ Irre, der geschwächte Star fuhr direkt vom Krankenhaus in die Halle. Krickau: „Er war erst 1,5 Stunden vor dem Spiel zurück bei der Mannschaft. Aber das war natürlich ein großartiges Signal. Der Arzt hat gesagt, er kann vielleicht fünf, vielleicht zehn Minuten helfen. Ich bin froh, dass es etwas länger war.“
Handball: Vom Krankenhaus ins Königsklassen-Final4
Während die Mannschaft am Donnerstag, keine 24 Stunden nach dem Veszprem-Sieg, schon wieder zum Training ran muss, hat Andersson trainingsfrei. Krickau: „Der darf jetzt einen Tag im Bett bleiben und soll sich erholen. Wir müssen mal gucken, wie viele zum Training da sind. Ich hoffe, die anderen haben sich nicht angesteckt.“
Schon am Sonntag (15 Uhr, Welt.TV und Dyn) müssen die Füchse beim THW Kiel in der Daikin Handball-Bundesliga ran. Der Rekordmeister, der in der European League sein Final4 erreicht hat, hat in der Liga gerade einige Schlappen hinnehmen müssen, steht in der Tabelle nur noch auf Platz 5, sechs Punkte hinter den Berlinern (Platz 3).

