Lange Zeit führten mit Franz Beckenbauer († 78), Uli Hoeneß (73) und Karl-Heinz Rummenigge (70) ehemalige Profis den FC Bayern.

Aktuell steht kein Ex-Profi an der Spitze des Klubs – und Ehrenpräsident Hoeneß hat dafür auch eine Erklärung. „Spieler, die heute nach zehn Jahren aufhören, die 15 Millionen verdient haben, die haben 60, 70 Millionen auf der Bank“, sagte der 73-Jährige im „OMR Podcast“. „Die haben nicht den Druck, unbedingt arbeiten zu müssen, den Wohlstand ihrer Familie zu erhalten. Und das ist das größte Problem.“

„Zeiten haben sich geändert“: Völler widerspricht Hoeneß wegen Karl

Quelle: BILD

Hoeneß kritisiert die Leistungsbereitschaft der „jungen Leute“: „Bei uns ist eine allgemeine Zufriedenheit schon zu spüren. Deswegen haben wir auch viele junge Leute, die gar nicht mehr leistungsbereit sind, Fußballprofis zu werden. Die wollen alle Fußballprofis werden, aber die wollen nicht unbedingt hart dafür arbeiten. Und das ist natürlich ein Problem. Man kann nur erfolgreich sein, indem man gnadenlos hart arbeiten will.“

Er selbst habe nach seinem aktiven Karriereende 1979 gewusst, dass er hart arbeiten müsse, um weiter ein Leben zu führen wie davor. Er wurde Manager beim FC Bayern und gründete später eine Wurstfabrik.

Der 73-Jährige erzählte, dass er zwei Ex-Spielern der Münchner Jobs beim Rekordmeister angeboten habe. So habe er den heutigen TV-Experten Bastian Schweinsteiger (41) gefragt, ob er Teambetreuer bei den Bayern werden wolle. „Aber muss ich dann jeden Tag da sein“, habe der Ex-Profi und Weltmeister von 2014 dann gefragt. Als Hoeneß dies bejahte, habe Schweinsteiger abgelehnt …

Klub-Legenden des FC Bayern: Thomas Müller (36) und Bastian Schweinsteiger (41)

Klub-Legenden des FC Bayern: Thomas Müller (36) und Bastian Schweinsteiger (41)

Foto: Felix Hörhager/dpa

Auch Thomas Müller (36) sei angeboten worden, „dass wir ihn auf unsere Kosten ein Jahr lang durch die Weltgeschichte schicken“, um dann nach seiner Rückkehr ins Management einzusteigen. „Aber er hat mir gesagt: Noch nicht“, schildert Hoeneß. Müller wechselte zu den Vancouver Whitecaps in die MLS, steht nach einem 4:3 (2:0, 2:2) im Elfmeterschießen über Los Angeles FC im Finale der Western Conference. Bei einem Sieg würde es im Endspiel gegen das beste Team der Eastern Conference gehen.

Nach der Ära Hoeneß und Rummenigge hatte Oliver Kahn die Bayern von Juli 2021 an als Vorstandschef geführt, wurde nach weniger als zwei Jahren aber wegen interner Differenzen wieder entlassen. Als Nachfolger ist bis heute Jan-Christian Dreesen, ein gelernter Banker, Vorstandsvorsitzender der Münchner. Dieser mache einen tollen Job, sagte Hoeneß, ergänzte aber, dass es „ein Traum“ sei, wieder eine Vereinslegende in Spitzenpositionen zu bekommen.

ttn-36