Der Countdown läuft! Andreas Magaard (27) steht beim HSV Hamburg, der Ostersonntag in Minden (16.30 Uhr, live bei Dyn/Anzeige) antreten muss, vor seinem emotionalen Comeback in der Handball-Bundesliga. Seit 2022 trägt der Kreisläufer das Trikot der Hanseaten, nach seiner Patellasehnen-OP im Januar könnte er nun schneller auf die Platte zurückkehren als gedacht. Schon im Nord-Derby gegen Rekordmeister THW Kiel scheint die Rückkehr möglich. „Dem Knie geht es gut. Es geht gut voran“, sagt er im Gespräch mit BILD und stellt in Aussicht, „wahrscheinlich noch das ein oder andere Spiel“ machen zu können. Acht Partien bleiben dem HSV in dieser Saison.
Der Weg zurück ist kein Sprint, sondern kontrollierte Aufbauarbeit. Tägliche Reha, meist allein, Schritt für Schritt zurück in den Handball-Rhythmus. „Noch ist nicht alles wieder so, wie es sein soll“, erklärte Magaard. Entscheidend aber: Das Knie hält. „Es hat nie so reagiert, dass wir sagen müssten, wir müssen wieder Schritte zurückgehen.“ Trotz Phasen, in denen es „auch mal dick geworden ist oder geschwollen“ war, blieb der Kurs stabil.
Er hat dieses wichtige Datum bei der Reha im Kopf: 12. April, Barclays Arena, Nord-Derby. „Kiel, das wäre hammergeil. Aber am Ende entscheidet das Knie“, sagt Magaard. Die Sehnsucht ist da – die Vorsicht aber auch. Wie schwer ihm das Zuschauen fällt, zeigte sich zuletzt deutlich. Gegen den BHC hielt es ihn auf der Tribüne kaum: „Ich wollte sofort auf den Platz.“ Doch der Körper sagte STOPP!
Ein bisschen Ausgleich liefert der Alltag abseits der Halle: Hunde-Dame Helga (5 Monate) begleitet ihn durch die Reha. „Es ist einfach süß“, sagte Magaard – auch wenn es Tage gibt, „da würde ich mich freuen, schnell wieder auf die Platte zu kommen“.
Sein Ausfall hatte für den HSV personelle Folgen – und beschleunigte zugleich die Planungen am Kreis: Junioren-Nationalspieler Jan Schmidt (20) wurde per Doppelspielrecht vorzeitig eingebunden und soll aushelfen, was bislang allerdings nur einmal wirklich zum Tragen kam, weil Dormagen im Abstiegskampf der 2. Liga selbst auf ihn angewiesen ist.
Ohnehin steht der HSV auf dieser Position vor einem Umbruch – auch, weil die Zeit im HSV-Trikot für Magaard (1,94 m) begrenzt ist und Kapitän Niklas Weller (32) seine Karriere beendet. Nach der Saison verlässt Magaard den Klub und kehrt zu seinem Heimatverein GOG Handball zurück. Als Nachfolger sind der norwegische Nationalspieler Martin Hovde (24/2,00 m) und Schmidt eingeplant, die die Lücke am Kreis schließen sollen.
Bleibt die zentrale Frage: Reicht es schon für den THW Kiel? Magaard hofft und trainiert auf das Derby hin. Er weiß: „Am Ende entscheidet das Knie.“

