Einmal gibt es noch das rhythmische Klatschen der Zuschauer im dänischen Herning während der italienischen Nationalhymne bei der Handball-WM. Dann verabschieden sich Italiens Handballer gegen die Schweiz (Sa., 15.30 Uhr, sportdeutschland.tv) aus dem Turnier. Arrivederci …
Zum zweiten Mal seit 28 Jahren nahmen die Südeuropäer an einer Weltmeisterschaft teil – und begeisterten mit drei Siegen die Fans, sich selbst und die Gegner gleichermaßen. Auch Deutschland musste beim 34:27 hart kämpfen.
„Es ist ein erfolgreiches Turnier für Italien“, sagt der in Freiburg geborene Top-Torwart Domenico Ebner (30) mit einem Lächeln. Der Deutsch-Italiener, der in der Daikin Handball-Bundesliga für den SC DHfK Leipzig das Tor steht stellvertretend für den Aufschwung des italienischen Handballs.
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Der große Handball-Maestro aber ist Riccardo Trillini (59). Eigentlich ein Fußballer, fand er Spaß an der harzigen Kugel, eignete sich vieles selbst an – und ist nun als Nationaltrainer verantwortlich. Sein Problem: Die Azzurri sind sehr jung (26 Jahre), für internationale Profi-Maße klein (1,88 Meter) und leicht (86,7 Kilo).

Überrascht viele Gegner mit seiner Taktik: Italiens Trainer Riccardo Trillini
Trillini musste sein Konzept anpassen, erfinderisch sein. In der Abwehr lässt er oft sehr hoch (offensiv) verteidigen. Prantner nennt den Grund: „Es sind sehr viele Zweikämpfe, das ist so ein wenig in unserer DNA. Wir haben eben nicht die zwei, drei Riesenbäume da hinten drin, die eine 6-0-Abwehr spielen können.“
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Im Angriff machte Trillini aus der Not ein Erfolgsrezept. Vor zehn Monaten verletzte sich Kreisläufer Andrea Parasini (30) schwer. „Wir wussten bis zum Schluss nicht, ob der wieder fit wird zur WM. Und wenn ja, in welchem Zustand er zurückkehrt“, sagt Co-Trainer Jürgen Prantner (54) zu SPORT BILD. Trillini ergänzt: „Die anderen beiden Kreisläufer sind aber noch sehr, sehr jung.“
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Das Trainer-Team hatte ein ungutes Gefühl. Prantner, dessen Sohn Leo (23) als Rechtsaußen in der 2. Bundesliga (Balingen) spielt, erklärt: „Wir haben uns daraufhin entschieden, eine andere Taktik zu spielen, wie sie es zum Beispiel Eisenach oder auch andere Vereine jetzt machen.“
Weil das Team Italien auch keinen groß gewachsenen Rückraum-Shooter hat, setzt Trillini auf schnelle Beine und verzichtet oft auf einen Kreisläufer. Mit Erfolg. Für Spielmacher Simone Mengon (25) ein Vorteil. Er spielt in Eisenach…
Trillini: „Wir spielen es nicht immer, aber es ist eine gute Option.“ Und eine erfolgreiche dazu, um Gegner zu ärgern.
Auch gegen die Schweiz, eine weitere positive WM-Mannschaft, soll das gelingen. „Das ist für uns schon jetzt ein sehr gutes und einmaliges Turnier“, sagt Prantner. Es soll nicht einmalig bleiben, Italien will wiederkommen.
Prantner: „Es in Italien etwas in Bewegung gebracht. Schon die Teilnahme war eine Überraschung. Jetzt möchten wir gegen die Schweiz diese gute Leistung bei der WM abrunden und noch mal alles reinwerfen.“
Nach dem rhythmischen Klatschen der Zuschauer bei der Nationalhymne…



