„Männer – Auf zur Wartburg“! Mit diesem Motivationsspruch im Rücken bezwingt der ThSV Eisenach den VfL Gummersbach in der Daikin Handball-Bundesliga mit 32:29 (15:15). Nach 23 Jahren Durststrecke!

Neben dem Top-Start des Altmeisters (Platz 3) ist auch der Geld-Alarm Thema am Sonntag. 3,5 Millionen Euro negatives Eigenkapital, von denen ein Teil bis 31. Dezember abgebaut werden muss, um HBL-Sanktionen zu vermeiden, soll so schnell wie möglich reduziert werden (SPORT BILD berichtete).

Foto: BILD

Geschäftsführer Christoph Schindler (42) nimmt in der Halbzeitpause Stellung, erklärt bei Dyn: „Es gibt keinen Grund zur Sorge. Uns geht es finanziell so gut wie lange nicht. Aber wir wollen weiter erfolgreich wachsen und dafür suchen wir auch neue Investoren und wir müssen dabei aber auch Dinge aus der Vergangenheit regeln.“

Gummersbachs Geschäftsführer Christoph Schindler (42) erklärt in der Halbzeitpause die Finanzen

Gummersbachs Geschäftsführer Christoph Schindler (42) erklärt in der Halbzeitpause die Finanzen

Foto: DYN

Handball: Gummersbach-Boss Schindler erklärt Geld-Alarm bei Dyn

Schindler rechnet vor: „Wir tragen jedes Jahr 600.000 Euro unserer Schulden ab, die ich natürlich lieber in die Mannschaft stecken würde. Natürlich stört uns das Gerede darüber, denn diese Investorenunterlage ist kein Grund zur Sorge. Wir suchen damit keinen Retter, sondern Wegbegleiter.“

Und schiebt nach: „Als ich 2019 übernommen habe, hatten wir noch über 8 Mio. Euro Schulden. Wir sind also nicht zahlungsunfähig, wir können unsere Auflagen der Liga jederzeit erfüllen.“

Beim ThSV Eisenach tut sich die Mannschaft von Trainer Guðjón Valur Sigurðsson (46) schwerer als gedacht. Zur Halbzeit steht es 15:15.

Und Dyn-Experte Stefan Kretzschmar (52) ist wieder einmal angezündet von der Eisenacher-Mannschaft, schwärmt: „Ich bin jedes Mal wieder beeindruckt von dem Phänomen Eisenach. In keiner anderen Mannschaft würden die Spieler so überperformen wie hier. Es ist erstaunlich, wie schwer sich Gummersbach tut, aber es ist nicht erstaunlich, wie diese Eisenacher Mannschaft kämpft.“

Völlig irre, gegen die Bundesliga-Mannschaft der Stunde liegt Eisenach nach 42 Minuten mit satten fünf Toren vorn (22:17). Fünf Minuten vor dem Ende sind es immer noch drei – 27:24. Es riecht nach einer Sensation. Auch weil Füchse-Leihgabe Max Beneke (22) einen direkten Freiwurf zum 28:24 (56.) einhämmert. Die Entscheidung! Eisenach kämpft den Sieg entschlossen über die Zeit.

Kretzschmar begeistert: „Die Leidenschaft, diese Atmosphäre hier, war heute wieder der Sieg-Faktor.“

THW Kiel – Rhein-Neckar Löwen 31:31

Auch in Kiel gibt es eine Überraschung. In einer umkämpften Partie mit packender Schlussphase trennen sich die beiden Teams 31:31. Die Löwen knöpfen dem bisher ungeschlagenen THW den ersten Punkt ab.

Trotzdem ein gefühlter Sieg für den THW am Ende, der kurz vor Schluss 26:29 zurückliegt. Doch dann übernimmt mal wieder Elias Ellefsen á Skipagøtu, führt die Zebras gemeinsam mit einem am Ende überragenden Andreas Wolff noch zum Punktgewinn.

Im letzten Angriff, 13 Sekunden vor dem Ende, hat Kiel den Sieg sogar noch in der Hand. Doch Harald Reinkind kann seinen Wurf nicht im Tor unterbringen und scheitert an David Späth, Veron Nacinovic wird beim Nachwurf gestört, doch die Schiedsrichter, die den Videobeweis beanspruchen, sehen keine Regelwidrigkeit.

Kiels neuer Superstar Skippy: Diese Handball-Vorlage müssen Sie sehen!

Teaser-Bild

Quelle: Dyn

TVB Stuttgart – MT Melsungen 29:31

Was für eine verrückte Schlussphase! Die Gäste liegen 27:24 vorn (54.) – dann passiert DAS! Nacheinander kriegen drei Melsunger in kürzester Zeit eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt. Heißt: Plötzlich heißt es sechs gegen drei auf dem Feld!

Der TVB kommt ran. 25:27. Dann 26:27. Dann trifft Melsungen. 26:28. Stuttgart trifft doppelt: 28:28 (58.). Mega-Spannung! 40 Sekunden vor Ende liegt die MT mit 30:29 vorn — und die Gastgeber verlieren leichtfertig den Ball im Angriff. Mit dem 31:29 machen die Melsunger alles klar!

ttn-36