Erst Wechsel-Knall, dann Mikro-Ärger und zur Krönung ein bitteres Pokal-Aus!
Die Krise bei Handball-Topteam SG Flensburg-Handewitt geht weiter. Der Ex-Meister fliegt bei der MT Melsungen, Tabellenführer in der Daikin Handball-Bundesliga, aus dem Pokal, verliert 28:30.
Er verliert die NervenHandballer trifft Gegner in den Magen
DAS Thema rund um die Partie ist zunächst ein anderes. Der Wechsel von DHB-Kapitän Johannes Golla (27) von der Förde zurück zu den Nordhessen, wo er schon von 2015 bis 2018 spielte.
Die Gerüchte gab es schon länger, nun, ausgerechnet zwei Tage vor dem Pokal-Kracher von Gollas aktuellem gegen sein zukünftiges Team der offizielle Vollzug. Was für ein brisantes Timing …
Golla vor dem Match gegen sein künftiges Team auf die Frage von Dyn-Moderatorin Anett Sattler nach dem Zeitpunkt der Verkündung: „Ja, sehr unglücklich. Das war auf jeden Fall auch nicht mein Ansinnen, das so zu machen. Es gibt viele Interessen in so einer Sache und viel Planung, aber sehr, sehr unglücklich. Es ist sehr viel passiert bei uns in den letzten Tagen, es war eine sehr ereignisreiche Zeit und anstrengende Tage, das muss ich ganz ehrlich sagen.“
Golla verlässt die SG 2026 – spätestens. Dazu gab’s Ärger um ein Golla-Foto im Zuge der Verkündung.
Ärger gibt’s dann auch in der hitzigen Partie um einen Golla-Kollegen. Was war passiert?
Bei 24:22 für die MT nimmt Flensburg die Auszeit. SG-Star Mads Mensah (33) verliert die Nerven. Das übliche Stabmikro, das über den Spielerkreis gehalten wird, um die Zuschauer an den Aussagen von Trainern und Spielern teilhaben zu lassen, stört den Däne offenbar. So sehr, dass er es kurzerhand packt, auseinanderreißt und auf das Spielfeld feuert.
Handball-Legende Stefan Kretzschmar, als Co-Kommentator am Dyn-Mikro fassungslos: „Was war das denn? Das verstehe ich überhaupt nicht.“
Dyn-Kommentator Karsten Petrzika kann die Aktion kaum glauben: „So ein Quatsch. Mikro abgerissen und weggeworfen, das gehört sich nicht.“
Doch damit nicht genug: Bei der nächsten Auszeit 90 Sekunden vor Ende die gleiche Aktion nochmal – diesmal nur ohne kaputtes Mikro. Dennoch schiebt ein Flensburger das Mikrofon erneut beiseite, die Zuschauer am Bildschirm können wieder nicht hören, was in der Auszeit gesagt wird.
Petrzika: „So ein Blödsinn.“ Kretzsche: „Was soll denn das? Das hat ja auch nichts mit ‚Wir sind jetzt mal cool und machen mal was anderes zu tun‘“ Was ist denn das für ein Quatsch?!“
Flensburgs Jim Gottfridsson begründet es nach dem Spiel damit, dass beim letzten Spiel in Melsungen offenbar Dinge aus der Auszeit weitergegeben wurden an den Spielfeldrand. Das ist bei der Länge der Übertragungswege eigentlich schwer möglich …
Die Geheimniskrämerei bringt den Flensburgern jedoch nichts. Golla & Co. müssen die Pokal-Endrunde am 12./13. April 2025 in der Kölner Lanxess Arena vom Fernseher aus verfolgen. Für die MT läuft es dagegen richtig: Tabellenführer, Pokal-Halbfinale und auch noch die Verlängerung von Star-Torwart Nebojsa Simic. Der 31-Jährige bleibt bis 2029.
Neben Melsungen sind dann Kiel, die Rhein-Neckar Löwen und Sensations-Zweitligist Balingen dabei. Nach dem Spiel wurden die Halbfinals ausgelost: Der THW Kiel trifft auf die Rhein-Neckar Löwen, Melsungen muss gegen Balingen ran.


