Krachen lassen hat es dieser emotionale Trainer immer schon mal. Aber seine Brandrede nach dem 22:23 seines Thüringer HC gegen Ludwigsburg wurde in der Handball-Bundesliga der Frauen zum Eklat.
Trainer Herbert Müller drosch nach dem Abpfiff verbal auf Schiedsrichter, Gegner und Liga ein, ließ sich kaum beruhigen. Die HBF ermittelte, prüfte und forderte eine Stellungnahme ein.
Ergebnis: Nun bekam Müller wegen unsportlichen Verhaltens eine Geldstrafe im vierstelligen Bereich aufgebrummt. Ebenso wird für die nächste Begegnung des Thüringer HC eine Spielaufsicht angesetzt. Eine Sperre wurde nicht ausgesprochen.
In SPORTBILD erklärt Müller nun noch einmal seinen Ausraster.
„Ich würde sicherlich etliche Dinge nicht mehr so machen und nicht mehr so sagen“, räumt er zunächst ein. „Aber auf der anderen Seite, ich habe auch für die Schiedsrichter eine Auswertung gemacht, wo ich noch mal 18 Szenen gefunden habe, die ich entsprechend mit sachlichen Kommentaren weitergeschickt habe. Da warte ich auch auf eine Antwort von deren Seite. Sie haben natürlich spielentscheidend eingegriffen.“
Was ihn zudem ärgert: „Ludwigsburg hat das gleich genutzt und befeuert und versucht, entsprechend Stimmung zu machen – sowohl gegen mich als auch unsere Fans. Dabei waren die Fans von ihnen auch nicht besser, von Arschloch bis dumme Sau sind da alle Beschimpfungen dieses Planeten gegen uns gefallen. Man muss die Wahrheit immer auf zwei Seiten suchen.“
Er erklärt auch: „Manche Dinge wurden auch falsch interpretiert.“ So sei das Aneinanderreiben der Finger nicht als Bestechungsvorwurf gegen die Schiedsrichter, sondern die finanziell gut ausgestatteten Gäste gerichtet. Müller: „Und in der Szene, wo ich mir an die Stirn tippe, da habe ich wortwörtlich gesagt: Ich glaube, ich spinne hier. Ich habe den Schiedsrichtern keinen Vogel gezeigt. Das habe ich nicht getan.“
Handball: THC-Coach Herbert Müller räumt Fehlverhalten ein
Dennoch: „Ich bin immer noch der Meinung, dass die Schiedsrichter gegen uns gepfiffen haben. Gerade die Szene beim letzten Siebenmeter, da muss ich pro Spiel 100 Siebenmeter pfeifen. Und das war so spielentscheidend. Und es war so ein wichtiges Spiel gewesen. Denn es geht ja um diesen zweiten Platz, der zur internationalen Teilnahme berechtigt. Und auch die Ausgangslage in den Play-offs ist eine ganz andere. Da stand so viel auf dem Spiel, dass man – ohne was entschuldigen zu wollen – vielleicht auch die ganze Aufregung ein bisschen nachvollziehen kann. Ich suche da keine billigen Ausreden, muss da ruhig bleiben, ganz klar. Aber die Wahrheit hat viele Geschichten.“
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Er weiß: „Mein Fehlverhalten war da, keine Frage. Ich liebe Handball über alles und lebe dieses Spiel. Ich werde da auch einen Lerneffekt daraus ziehen, keine Frage.“
Übrigens: Aktuell ist der Thüringer HC hinter Ludwigsburg und Dortmund Dritter.


