Der SC Magdeburg und die Champions League? Das passt einfach!
Der Titelverteidiger feiert gegen Schlusslicht RK Zagreb seinen siebten Sieg im siebten Königsklassen-Spiel in dieser Handball-Saison. Doch beim 27:22 ist nicht alles eitel Sonnenschein.
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Für einen Neu-Magdeburger ist es ein ganz besonderes Spiel: Torwart Matej Mandic (23). Der kroatische Nationalspieler kam erst im August aus Zagreb zum SCM, darf gegen seinen Ex-Klub starten. Eigentlich sollte Mandic erst kommenden Sommer an der Elbe aufschlagen.
Doch weil Nikola Portner noch bis Dezember seine Dopingsperre absitzt und klar ist, dass Sergej Hernandez – dessen Nachfolger Mandic ohnehin werden sollte – den SCM nach der Saison zum FC Barcelona wechselt, zog man den Transfer vor.
Mandic vor der Partie: „Ich kenne jeden Spieler, aber sie kennen mich auch – wir werden sehen, wie das ausgeht.“
Auf dem Papier ist die Rollenverteilung klar: Erster gegen Letzter. Sechs Siege gegen sechs Niederlagen.
Doch der Beginn ist zäh, nach zehn Minuten hat die Truppe von Trainer Bennet Wiegert erst dreimal getroffen, liegt sogar hinten gegen krassen Außenseiter (3:4). Weils Mandics Kollegen seinen Nachfolger Haris Suljevic im Zagreb-Tor förmlich heiß werfen.
Nach 20 Minuten haben die Magdeburger eine Wurfausbeute von nur 50 Prozent – was zu einem Großteil an Suljevic liegt, der in der ersten Halbzeit auch zwei Siebenmeter pariert.
Aber auch Mandic vernagelt seinen Kasten, liefert eine richtig starke Partie ab. Zwischen Minute 15 und Minute 23 bleiben die Gäste ohne Treffer. Die Folge: Tor-Armut in der Getec-Arena. Mit mageren 19 Treffern (10:9) verabschieden sich beide Teams in die Kabine.
Dyn-Kommentator Vincent Schuster spricht zum Start des zweiten Abschnitts den Fans in der Halle und an den Bildschirmen aus dem Herzen: „Ich hoffe, wir sehen noch ein paar Tore mehr als im ersten Durchgang.“
Zumindest die Gastgeber folgen seinem Wunsch. Die ersten vier Tore in Halbzeit zwei gehen auf das Konto des SCM. Der Grundstein zum Sieg.
Glanzlos-Sieg gegen Zagreb: SCM-Trainer Wiegert platzt der Kragen
Und dennoch platzt Trainer Wiegert in der Auszeit, die die Gäste in der 38. Minute bei 14:10 nehmen, der Kragen. Der SCM-Coach ist ob der Fahrigkeit in der Offensive und der mageren Ausbeute seiner Jungs richtig stinkig, flucht: „Ey Jungs, bleibt bei euch. Das hat nichts mit Qualität zu tun. Das ist nur die Birne! Wir schmeißen die Bälle im Tempospiel reihenweise weg. Fuck off!“ Kopfschüttelnd geht er zur Bank zurück.
Seine Spieler wissen, was zu tun ist, reißen sich jetzt etwas mehr zusammen und werfen noch einen halbwegs standesgemäßen Sieg heraus. Bester Werfer auf Magdeburger Seite ist Sebastian Barthold mit sechs Toren.
Zumindest ergebnismäßig ist der SCM damit bereit für den Bundesliga-Kracher. Am Samstag (20 Uhr) geht es im Duell der einzig noch ungeschlagenen HBL-Teams bei Tabellenführer SG Flensburg/Handewitt zur Sache.
Den Super-Samstag komplettiert das Duell zwischen Meister Füchse Berlin und Rekordchampion THW Kiel (18.00/alles live auf Dyn/Anzeige).

