Erst spielte er unter seinem Vater. Jetzt spielt er FÜR ihn. So oder so wird es für Andri Runarsson eine durchaus brisante Rückkehr werden, wenn er am Donnerstag (19 Uhr, live bei Dyn) mit dem HC Erlangen in der Handball-Bundesliga beim SC DHfK Leipzig spielt.
Runar Sigtryggsson (54) ist Trainer der HSG Wetzlar
„Ich bin, seitdem ich weggegangen bin, noch nicht wieder in Leipzig gewesen, deshalb wird es ein ganz besonderes Gefühl“, sagt der isländische Spielmacher. „Es wird speziell. Und schön, alte Freunde wiederzusehen.“ Vor allem freut er sich auf seine Ex-Mannschaftskollegen Staffan Peter und Moritz Preuss. Runarsson: „Aber natürlich liegt der Fokus auf dem Spiel und darauf, dieses Spiel zu gewinnen.“
Im Vergleich zur Vorsaison, als sich der HCE nur knapp retten konnte, ist der Klassenerhalt diesmal fast sicher. Aber mit einem Sieg könnte Runarsson noch familiäre Hilfe leisten. Sein Vater Runar Sigtryggsson (54), letzte Saison mit Sohn Andri noch gemeinsam beim SC DHfK, ist inzwischen Trainer der HSG Wetzlar. Als Drittletzter hätte der Klub aktuell den Klassenerhalt geschafft. Zum Letzten Leipzig beträgt der Abstand aber nur zwei mickrige Punkte. Ein Erlanger Sieg würde Wetzlar deshalb freuen. Runarsson gibt zu: „Ich versuche, nicht viel darüber nachzudenken. Natürlich ist das eine interessante Tabellensituation. Es sind zwei Teams, die nicht in diesen Regionen sein wollen. Es ist noch alles offen.“
Handball: Trainersohn Andri Runarsson muss dem Papa in Leipzig helfen
Nachdem sein Vater letzten Sommer in Leipzig entlassen wurde, verließ auch der Junior den Klub, um nach Erlangen zu gehen. Beides verlief damals alles andere als geräuschlos. Groß reden mag er darüber jedoch nicht mehr: „Es waren viele Gründe, die zusammengekommen sind und dazu geführt haben, dass ich diese Entscheidung getroffen habe. Das ist jetzt inzwischen so weit weg, dass ich nicht mehr daran denke.“


